Willkommensklassenprojekt
„Peter und der Wolf“ hilft Schülern Deutsch zu lernen

Und Deutsch gelernt wird auch dabei: die jüngste Gruppe der Willkommensklassen der Feldmark-Schule beim "Peter und der Wolf"-Projekt der Komischen Oper Berlin mit Musiktheaterpädagogin Sarah Görlitz (stehend) und Lerngruppenleiterin Olga Neumann.
  • Und Deutsch gelernt wird auch dabei: die jüngste Gruppe der Willkommensklassen der Feldmark-Schule beim "Peter und der Wolf"-Projekt der Komischen Oper Berlin mit Musiktheaterpädagogin Sarah Görlitz (stehend) und Lerngruppenleiterin Olga Neumann.
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Die Stadtgrenze ist nur einen Steinwurf entfernt. Gut möglich, dass sich hier Fuchs und Hase gute Nacht sagen. In der Feldmark-Schule in der Wartiner Straße in Neu-Hohenschönhausen schleicht einmal in der Woche sogar ein Wolf umher, aber nur als Märchenfigur.

An diesem Donnerstagmorgen sitzen zwölf Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren in ihrem Klassenzimmer erwartungsvoll im Kreis. Gleich wird Sarah Görlitz eintreten, die sie mit einem herzlichen „Guten Morgen, Sarah“ begrüßen.

Sarah Görlitz ist Musiktheaterpädagogin an der Komischen Oper. Seit November besucht sie im Rahmen des "Peter und der Wolf"-Projekts die 45 Kinder der vier Willkommensklassen. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Bulgarien, Vietnam, China, Albanien und Moldawien. Manche sprechen schon ganz gut Deutsch, andere tun sich damit noch schwer. Viele haben noch nie eine Schule von innen gesehen. „Sie übersetzen sich dann gegenseitig", sagt Lerngruppenleiterin Olga Neumann.

Und dann ist da noch die Musik. Ein musikalisches Märchen wie das von Sergej Prokofjew bietet eine wunderbare Gelegenheit, auf spielerische Weise die deutsche Sprache zu erwerben und zu üben. Das von der leitenden Musiktheaterpädagogin an der Komischen Oper Anne-Kathrin Ostrop entwickelte Willkommensklassenprojekt läuft im dritten Jahr. Nach Schulen in Adlershof und Marienfelde ist die Feldmark-Schule die dritte Station. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Heinz und Heide Dürr Stiftung und der Karl Schlecht Stiftung.

„Am Anfang stehen offene Ohren für unbekannte Klänge“, sagt Anne-Kathrin Ostrop. Peter, der Wolf, die Ente, der Großvater, Vogel, Katze und Jäger, sie alle hätten ihren eigenen Platz in der Phantasie der Kinder, so die Musiktheaterpädagogin. „Jedes Kind findet eine eigene Geschichte und sich selbst mittendrin.“

Es ist die erste Projektstunde nach den Winterferien. Sarah Görlitz hat sich eigentlich vorgenommen, den bisher erarbeiteten Stoff zu wiederholen. Sie wird aber von den vier Mädchen und acht Jungen in der Gruppe der Jüngsten angenehm überrascht. Die Kinder haben sich alles gemerkt: Peter und sein Instrument, die Geige. Sie erinnern sich auch noch an den Vogel und die Querflöte und den Großvater und sein Fagott. Weil dieses deutsche Wort in den Ohren der Kinder so lustig klingt, verwenden sie es für einen Merkspruch: Fagott nochmal!

Sarah Görlitz arbeitet mit Fotos der Instrumente und mit Handpuppen. Sofort entspinnt sich ein Gespräch über Schnäbel, Flügel, Federn, Fell, Katzen und ihre Pfoten, ihr Schleichen und Buckelmachen. Gesungen wird auch: "Alle meine Entchen." Die schönste Art, den Wortschatz zu üben. Apropos Schleichen: Nach einer Weile meint Sarah Görlitz, es sei Zeit für etwas Bewegung. Die Kinder sind aufgerufen, ganz leise im Kreis zu schleichen – bis die Musiktheaterpädagogin in die Hände klatscht und „Freeze!“ ruft: Stillhalten in der Position, in der man sich gerade befindet. Die Kinder sind begeistert.

Zum Schluss der Stunde holt Sarah Görlitz eine Katzenhandpuppe aus ihrer Tasche. Die Kinder dürfen reihum das Fell der Puppe streicheln. Und wieder strahlen alle über das ganze Gesicht.

Am 7. März besuchen die Kinder der Willkommensklassen aus Neu-Hohenschönhausen die Komische Oper. Orchestermusiker werden ihnen die wichtigsten Instrumente in „Peter und der Wolf“ vorstellen. Am 13. Juni dann ist die zweisprachige Aufführung des musikalischen Märchens. Bis dahin werden die Kinder bestmöglich auf das Stück vorbereitet sein.

Zum Schluss dürfen sie eine CD mit nach Hause nehmen. Darauf ist die Geschichte auf Arabisch und auf Deutsch zu hören. Und es gibt eine rein instrumentale Fassung des Konzertstücks auf der silbernen Scheibe. So können die Kindern das Märchen auch selbst erzählen.

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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