Platz des 4. Juli wird fast zur Hälfte begrünt

Anwohner Detlef Fitzner (links) und der Piraten-Verordnete Eric Lüders sind mit der Entscheidung für eine Teilentsiegelung des Platzes des 4. Juli zufrieden.
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Lichterfelde. Der Platz des 4. Juli soll zu einem großen Teil entsiegelt und begrünt werden. Dies freut vor allem die Anwohner. Fahrschul-Unternehmen und der Trödelmarkt als Nutzer des Areals dagegen keine Zukunft mehr für sich auf einem teilentsiegelten Platz.

Die Entscheidung für das Entfernen des Betonbodens haben der Bezirk, die BVV-Fraktionen der CDU, Grünen und der Piraten sowie die meisten Anwohner getroffen. Von der rund 27 000 Quadratmeter großen Fläche sollen rund 12 000 Quadratmeter entsiegelt werden. Damit könnten alle Interessen berücksichtigt werde. Über ein Drittel bleibt als zusammenhängender Betonplatz erhalten. Er könnte von Trödelmarkt und Fahrschulen weiter genutzt werden. Finanziert werden soll das Ganze durch Ausgleichszahlungen der Deutschen Bahn.

Trödelmarkt und die Fahrschulen sehen ihre Interessen aber kaum berücksichtigt. Für Peter Glowalla beispielsweise „läuft das ganze Theater von Anfang an darauf hinaus, dass hier eine grüne Wiese für die Anwohner entstehen soll. Diese Entscheidung ist für uns der Anfang vom Ende“, sagt der Vorsitzende des Fahrlehrer-Verbandes Berlin. Der Platz ist für die Fahrschulen ein wichtiges Übungsgelände.

Seit vielen Jahren beklagen sich indes Anwohner über den Lärm durch die Übungsfahrten. Es wurden seitens der Fahrschulen schon Zugeständnisse gemacht. So nutzen nur noch Motorradfahrer den Platz. Lkw und Pkw dürfen nicht mehr auf den Platz. Das größte Ärgernis sei jedoch die illegale nächtliche Nutzung des Platzes durch Pkw und Motorräder. „Damit haben die Fahrschulen nichts zu tun.“ Der Fahrlehrer-Verband prüft derzeit ein Angebot des Bezirks, auf den Platz an der Autobahn Dreilinden auszuweichen.

Auch für die Trödelmarkt-Betreiber ist die Teilentsiegelung eher ein fauler Kompromiss. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren so viele Zugeständnisse gemacht, dass unser Trödelmarkt längst nicht mehr so attraktiv ist wie früher“, sagt das Ehepaar Staak, Betreiber des Marktes. Wurden früher 22 bis 25 Markttage genehmigt, sind es jetzt nur 17. Ebenso wurden die Marktzeiten erheblich eingegrenzt. Der Markt beginnt um 9 Uhr und endet um 15 Uhr. Auch die angemietete Fläche ist reduziert worden. „Wir verdienen an dem Markt nichts mehr“, so die Betreiber. Auch sie sehen nach einer Teilentsiegelung keine Zukunft mehr für den Trödelmarkt an diesem Standort.

Wie die konkrete Gestaltung des Platzes aussehen soll, stünde derzeit noch nicht zur Debatte, sagt Bernd Steinhoff von der Grünen-Fraktion. Er sieht jedoch in der Maßnahme eine Chance für den Bezirk, kostengünstig eine Spielplatzfläche zu bekommen. „Wir Grünen setzen uns für die Schaffung eines Spielplatzes und die Begrünung ein. Unser Wunsch ist es, dass der Platz zum Verweilen einlädt und eine neue Aufenthaltsqualität gewonnen wird“, so Steinhoff.

Konkretere Vorstellungen haben die Piraten. Die Fraktion hat einen Vorschlag für die Gestaltung ausgearbeitet. Sie sehen neben einer Begrünung von über der Hälfte des Areals auch rechts und links des Platzes Bäume und Grünstreifen und auch ein kleines Biotop mit einem Teich. An Osteweg und Goerzallee sollen Parkplätze und etwa 5000 Quadratmeter als Platz bleiben, informiert Eric Lüders von den Piraten. Bei der Anwohnerinitiative stößt der Vorschlag auf Zustimmung, wie Sprecher Detlef Fitzner versichert.

Bis die Maßnahme beginnen kann, muss die Fläche noch umgewidmet werden. Das kann dauern. Bis dahin bleibt alles, wie es ist. Wie der Bezirk aber später die Pflegekosten für Grünanlagen, Biotop und Spielplatz finanzieren will, steht noch in den Sternen. Immerhin würde nach Informationen von Stadträtin Christa Markl-Vieto ein Euro pro Quadratmeter entsiegelter Fläche anfallen. KM

Anwohner Detlef Fitzner (links) und der Piraten-Verordnete Eric Lüders sind mit der Entscheidung für eine Teilentsiegelung des Platzes des 4. Juli zufrieden.
Der Trödelmarkt auf dem Platz des 4. Juli ist nicht mehr das, was er mal war. Viele Zugeständnisse mussten gemacht werden.
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Karla Rabe aus Steglitz

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