Fotomuseum zieht ins Tacheles
Langfristiger Mietvertrag jetzt unterschrieben

Hinter der Ruine des Tacheles wird gebaut. Einst hatten Bildhauer, Maler und andere Künstler hier ihre Ateliers.
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  • Hinter der Ruine des Tacheles wird gebaut. Einst hatten Bildhauer, Maler und andere Künstler hier ihre Ateliers.
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Das schwedische Fotomuseum „Fotografiska“ zieht in die Tachelesruine. Der Mietvertrag wurde vor wenigen Tagen unterschrieben. Die Eröffnung steht für Ende 2022 an.

Zwölf Monate nach der Grundsteinlegung für das Stadtquartier „Am Tacheles“ meldet der Projektentwickler „pwr development“ die erste Vermietung. Nach „intensiver Planungsphase“ sei jetzt ein langfristiger Mietvertrag unterzeichnet worden, heißt es. Und zwar mit dem Stockholmer Fotomuseum „Fotografiska“, das in der denkmalgeschützten Tachelesruine eine Filiale eröffnen will. Überraschend kommt die Nachricht nicht. Die Schweden hatten ihr Interesse, dort einziehen zu wollen, bereits vor einem Jahr signalisiert. Nun ist es schriftlich besiegelt.

„Fotografiska“ wird im Tacheles rund 5500 Quadratmetern Fläche als Fotomuseum nutzen. Und nicht nur das. Auch multimediale Veranstaltungen, Konzerte, Konferenzen, Buchpräsentationen und Künstlergespräche wollen die Schweden für die Berliner organisieren. Der Aufbau einer Akademie für etablierte und Nachwuchsfotografen ist geplant. Dazu soll es öffentliche Wettbewerbe für Fotografen und Künstler geben, die sich mit sozialen und lokalen Themen auseinandersetzen. Die Gewinnerarbeiten werden in Sonderausstellungen präsentiert. Teil des Konzeptes von „Fotografiska“ sind zudem ein Museumsshop und ein Restaurant für Vegetariar.

Neues Stadtquartier entsteht

„Wir haben uns nach sorgfältiger Abwägung für ‚Fotografiska‘ entschieden, weil ihr Ansatz spannend für Berlin ist und das Konzept sehr gut zum Gebäude passt“, sagt Sebastian Klatt, Geschäftsführer von „pwr development“. So sollen etwa die künstlerischen Elemente und die Kriegsschäden am Gebäude auch künftig sichtbar sein.

Auf dem 2,5 Hektar großen Tacheles-Areal zwischen Friedrichstraße, Oranienburger Straße und Johannisstraße entsteht wie berichtet ein neues Stadtquartier. Vor über vier Jahren hatten die Arbeiten auf Mittes Filetgrundstück begonnen. Der Projektentwickler „pwr development“ des Grundstückeigentümers Investmentfonds Perella Weinberg Real Estate (PWRE) stampft dort neue Wohnungen, Büros und Geschäfte aus dem Boden. 14 Neubauten entstehen insgesamt, darunter die Friedrichstraßenpassagen von der Friedrichstraße bis zum Torbogen des Tacheles. Dutzende Künstler mussten mit ihren offenen Ateliers für diese hochfliegenden Pläne aus dem Tacheles weichen, und den Berlinern ging ein weiterer alternativer Kunst- und Szeneort verloren.

„Fotografiska“ wiederum gilt als eines der erfolgreichsten Fotomuseen weltweit. Das Museum wurde im Mai 2010 in Stockholm von der bekannten US-amerikanischen Fotografin Annie Leibovitz eröffnet und macht seitdem immer wieder durch große und spektakuläre Ausstellungen auf sich aufmerksam. Zuletzt eröffnete „Fotografiska“ 2019 neue Museen in New York und Tallinn. Weitere Standorte sind in Kopenhagen und Shanghai geplant. Gründer des Fotomuseums sind die Brüder Jan und Per Broman. Heute gehört „Fotografiska“ mehreren Gesellschaftern. Hauptgesellschafter ist der Berliner Unternehmer Yoram Roth. Dem Fotografen und Immobilieninvestor gehört auch Clärchens Ballhaus an der Auguststraße.

Hinter der Ruine des Tacheles wird gebaut. Einst hatten Bildhauer, Maler und andere Künstler hier ihre Ateliers.
So soll das neue Stadtquartier Am Tacheles einmal aussehen.
Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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