"Chance für den Kiez vertan
Sozial engagierte Firma wollte Berlichingenstraße 12 erwerben

Es hätte eine öffentlich-private Partnerschaft werden können: oben Büroräume des Hauseigentümers, unten ein Kindergarten oder eine Wohngruppe. Doch daraus wird nun nichts.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte Ulrich Finke, Geschäftsführer der Firma Meso-Reisen GmbH, im Stadtteilplenum des Quartiersmanagements Moabit-West das Konzept des auf Fernreisen spezialisierten Familienunternehmens mit 22 Mitarbeitern der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nach einer deftigen Mieterhöhung des derzeitigen Büro-Vermieters will Meso-Reisen sich eine eigene Immobilie zulegen. Auf der Suche nach etwas Geeignetem sei man auf das Haus Berlichingenstraße 12 gestoßen. Es steht zum Verkauf. Die frühere Unterkunft für wohnungslose Männer war in der Vergangenheit mehrfach in die Schlagzeilen geraten.

Etwas Soziales sollte einziehen

„Wir haben um die Geschichte des Hauses gewusst und uns Gedanken gemacht“, sagt Ulrich Finke der Berliner Woche. Etwas Soziales sollte dort mit einziehen. „Als Familienunternehmen tragen wir Verantwortung. Wir wollten dem Kiez etwas zurückgeben“, so Finke. Nach einem Gespräch mit der Diakoniegemeinschaft Bethania, die nebenan den Jugendclub B8 betreibt, rückte die Idee eines Kindergartens in den Fokus.

Ulrich Finke, der nach seinem Geographiestudium unter anderem für Air Berlin gearbeitet hat, bevor er sich mit Meso-Reisen selbständigt machte, bedauert sehr, dass aus dem Vorhaben nichts wird. Seine Firma werde die Immobilie nicht erwerben. „Der Verkäufer will nicht“, sagt Finke. „Eine Chance für den Kiez ist vertan.“

Meso-Reisen hatte vom Eigentümer verlangt, ein Holz- und ein Bodengutachten vorzulegen. Das Haus ist betagt und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gasturbinenwerk. Als der Verkäufer auf die Forderung nicht einging, erklärte sich das Reiseunternehmen bei entsprechendem Abschlag vom – „utopischen“ – Kaufpreis bereit, die Gutachten selbst in Auftrag zu geben. Das habe der Verkäufer rundweg abgelehnt, so Ulrich Finke. Das Erdgeschoss der Berlichingenstraße 12 wurde inzwischen zugemauert.

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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