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Mit dem Würfel durch den Kiez

Annika Hellberg hat das Schöneweide-Spiel im Rahmen ihres Bachelor entwickelt.
Annika Hellberg hat das Schöneweide-Spiel im Rahmen ihres Bachelor entwickelt. (Foto: Ralf Drescher)

Sie kennen Mensch-ärger-Dich-nicht und Monopoly? Aber„Alles Schweineöde in Schöneweide?“ kennen Sie wahrscheinlich noch nicht. Wir haben die Macherin des neuen lokalen Gesellschaftsspiels besucht.

Annika Hellberg (25) lebt seit fünf Jahren in Oberschöneweide und hat im vorigen Jahr an der Hochschule für Technik und Wirtschaft ihren Abschluss als Kommunikationsdesignerin gemacht. Teil ihrer Bachelorarbeit ist das bereits erwähnte Brettspiel.

„Ich wollte als Abschlussarbeit keine Broschüre und keinen Bildband, sondern was Außergewöhnliches machen. Schon als Kind habe ich gerne Brettspiele wie Mensch-ärger-Dich-nicht gespielt und wollte das mit einem lokalen Bezug umsetzen“, erzählt Annika Hellberg.

Wenn das Spiel auf dem Tisch liegt, fallen Ähnlichkeiten mit anderen Gesellschaftsspielen auf. Es gibt einen Würfel, Spielfiguren und Ereigniskarten. Die Figuren tragen, ganz wie im richtigen Schöneweide, Titel wie Union-Fan, Punk, Familie, Studentin, Rentnerin und Biertrinker. Die zwei bis sechs Mitspieler ziehen zu Beginn eine Zielkarte, der entnehmen sie, wohin die Reise der Figur geht. Ziel für alle ist dann eine örtliche Eisdiele.

Die Objekte, an denen die Spieler vorbeiziehen, entsprechen der Realität. Da gibt es das Funkhaus an der Nalepastraße, den Mellowpark, die Schauspielschule (noch) und auch den S-Bahnhof Schöneweide. Weitere Örtlichkeiten wie die Freiwillige Feuerwehr und das Café Kranbar sollen noch aufgenommen werden. „In der Kranbar habe ich mit Freunden zahlreiche Probespiele absolviert, in 30 bis 45 Minuten ist der Sieger am Ziel“, berichtet Annika Hellberg.

Bisher gibt es nur zwei Exemplare, eines aus Karton für den Wohnzimmertisch und eine Freiluftvariante, gedruckt auf wasserfester Lkw-Plane. Gern würde die junge Schöneweiderin ihr Brettspiel produzieren und über örtliche Geschäfte verkaufen. „Bei realistischen Auflagen von 200 bis 500 Stück muss ich aber mit Herstellungskosten von 30 Euro pro Spiel rechnen. Das lässt sich dann kaum noch verkaufen, wenn die Geschäfte noch die Handelsspanne draufschlagen“, gibt die Spielentwicklerin zu bedenken.

Deshalb sucht Annika Hellberg Unterstützung, mit der sie „Alles Schweineöde in Schöneweide?“ produzieren kann. Erste Gespräche mit lokalen Akteuren gab es schon. „Vielleicht kann ja die Bezirksverordnetenversammlung die Herstellung des Brettspiels irgendwie fördern“, meint sie.

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