„Flughafen darf nicht auf dem Müll landen“
Daniel Buchholz fordert ein durchdachtes Konzept für den Umgang mit dem Inventar

Typische Tegel-Ausstattung. Es gibt bestimmt einige Menschen, die daran Interesse hätten.
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  • Typische Tegel-Ausstattung. Es gibt bestimmt einige Menschen, die daran Interesse hätten.
  • Foto: Christian Hahn
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Der Flughafen Tegel ist Geschichte, auch wenn er noch ein halbes Jahr seine Betriebserlaubnis behält. Nach seiner Schließung stellt sich nun die Frage, was aus dem Inventar – von Möbeln bis zu Wegweisern – wird.

Das wollte auch der Spandauer Abgeordnete Daniel Buchholz (SPD) von der Landesregierung wissen. Die Antwort der zuständigen Senatsverwaltung für Finanzen hat ihn aber nicht wirklich zufrieden gestellt. Demnach sind für das Inventar zunächst unterschiedliche Stellen und Akteure verantwortlich. Die Fluggesellschaften nehmen natürlich zumindest Teile ihrer Gerätschaften und Ausstattungen mit zum BER. Auch die Berliner Flughafengesellschaft will dort einiges weiter nutzen. Auch die Tegel Projekt GmbH wird ihr Inventar weiterhin verwenden.

Was darüber hinaus noch als verwertbar anzusehen ist, aber niemand haben will, soll unter den Hammer kommen. Die Flughafengesellschaft führe Gegenstände und Anlagen, die sie nicht selbst weiterverwendet, durch einen vertraglich gebundenen Auktionator „wieder dem Wirtschaftskreislauf zu“, lautet die Auskunft.

Verkäufe an Privatpersonen

Der Abgeordnete Buchholz meint aus der Antwort des Senats herauszulesen, dass sich Versteigerungen wohl in erster Linie an Großabnehmer richten werden. Denn er hatte eigentlich gefragt, ob bei wiederverwertbaren Gegenständen auch daran gedacht werde, sie an Gebrauchtwarenkaufhäuser zu geben – etwa an die von der Berliner Stadtreinigung (BSR) betriebene „NochMall“ an der Auguste-Viktoria-Allee, unweit des ehemaligen Flughafengeländes. Außerdem wollte er wissen, ob auch Auktionen oder Verkäufe an Privatpersonen geplant seien. Die Antwort darauf fällt zumindest vage aus.

Ein solches Bieterverfahren für die breite Öffentlichkeit müsse es aber geben, fordert Buchholz. Tegel-Fans hätten so die Möglichkeit, sich eine Erinnerung an den Flughafen zu sichern. Deshalb sollte dazu so schnell wie möglich ein Konzept entwickelt werden, das auch unter Corona-Bedingungen funktionieren würde. Denn das wäre ein „angemessener Abschied und ein kleines Geschenk für alle, die mit Tegel mehr als nur einen Flughafen verbinden“. Wenn es dazu kommen sollte, könnten möglicherweise auch Gegenstände angeboten werden, die ansonsten wahrscheinlich in den Müll wandern würden, obwohl sie für manche Menschen noch eine Art Liebhaberwert hätten.

Wie es insgesamt mit der Entsorgung aussieht, scheint auch noch nicht ganz geklärt zu sein. Damit werde die Berlin Recycling GmbH als zertifizierter Dienstleister beauftragt. Man gehe von einem vor allem auf Wiederverwendung basierenden Konzept – analog seiner „Zero-Waste-Strategie“ – aus, erklärt der Senat. Ein durchdachtes Vorgehen kann Daniel Buchholz noch nicht erkennen. „Der Flughafen Tegel darf nicht auf dem Müll landen“, fasst er seine Einwände zusammen.

Typische Tegel-Ausstattung. Es gibt bestimmt einige Menschen, die daran Interesse hätten.
Typische Tegel-Ausstattung. Es gibt bestimmt einige Menschen, die daran Interesse hätten.
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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