Die bisher einzige Orgel in einem Bundesministerium steht im Bendlerblock

Blick ins Herz der Schuke-Truhenorgel in der Kapelle des Bundesverteidigungsministeriums.
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  • Blick ins Herz der Schuke-Truhenorgel in der Kapelle des Bundesverteidigungsministeriums.
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Für gewöhnlich begleitet Elizabeth Erin Franzen alle zwei Wochen die mittägliche Andacht in der Julius-Leber-Kaserne musikalisch. Aber dieser 5. Juli ist ein besonderer Tag für die Pianistin. Zum ersten Mal bringt sie die neue Orgel in der Kapelle des Bundesverteidigungsministeriums zum Klingen.

Im Rahmen einer Andacht hat der evangelische Militärbischof Sigurd Rink das Instrument im Bendlerblock an der Stauffenbergstraße eingeweiht. Das Bundesverteidigungsministerium ist bislang das einzige Ministerium, das eine eigene Orgel besitzt. Eine weitere Orgel steht nur noch im Bundestag.

Das Instrument, das künftig Soldaten und zivile Mitarbeiter des Ministeriums stärken solle, wie es sich Militärbischof Rink wünscht, wurde von der Berliner „Karl Schuke Orgelbauwerkstatt“ geschaffen. Es handelt sich um eine sogenannte Truhenorgel. Das Gehäuse des sehr kompakten und transportablen, rund 100 Kilogramm schweren Instruments ist aus Eiche, seine Oberfläche zurückhaltend gewachst und poliert. Der Gehäusedeckel über dem Pfeifenwerk ist gleichzeitig Notenpult. Pianistin Franzen schätzt die Zahl der Pfeifen auf rund 100. Die u-förmigen Basspfeifen sind liegend eingebaut. Die Pfeifen sind teils aus Metall, teils aus Holz gefertigt.

Die kommodengroße Orgel umfasst viereinhalb Oktaven. Sie besitzt ein Manual und sechs Register, die untereinander kombiniert werden können. Schuke-Geschäftsführer Martin Schwarz erläutert: Das 54-tastige Manual sei einschiebbar. Instrumententechnisch sei es möglich, eine zweimanualige Orgel zu simulieren. Ihr warmer Ton ist auf den Raum abgestimmt und eignet sich auch gut für Alte Musik.

In seiner Ansprache nannte Sigurd Rink die Orgel im Bundesverteidigungsministerium eine „liebreizende Prinzessin mit allen ihren Vorzügen und ihrer majestätischen Art“. Der Militärbischof erläuterte, dass Orgeln in Kirchen und Gottesdiensten lange Zeit alles andere als selbstverständlich waren. Musik habe in Konkurrenz zum Wort Gottes gestanden. Kirchenvater Augustinus hätte sich beim Erklingen von Musik im Gottesdienst sofort aus dem Raum verabschiedet. Erst mit der Reformation zu Beginn des 16. Jahrhunderts habe die Orgel ihren Einzug in Kirchen gehalten. Seither sind Musik und Religion nach Rinks Worten Zwillingsschwestern.

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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