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Im Haus des Schreckens: Das Henkerhaus in Bernau bei Berlin

Drei Galgenvögel begrüßen die Besucher des Henkerhauses.
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  • Drei Galgenvögel begrüßen die Besucher des Henkerhauses.
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  • hochgeladen von Michael Vogt

Etwas abseits vom Bernauer Mühlentor steht ein hübsch restauriertes Haus direkt an der Stadtmauer. Dass es dort allein steht, ist kein Wunder, denn lange war es ein Haus des Schreckens – niemand wollte in direkter Nachbarschaft zu einem Henker wohnen.

Das Bernauer Henkerhaus, vor 360 Jahren als Fachwerkhaus erbaut, war bis ins 19. Jahrhundert hinein das Domizil des örtlichen Scharfrichters. Kurz vor dem drohenden Abriss im Jahr 1976 wurde es Teil des Bernauer Heimatmuseums. In den 1990er Jahren renoviert, beherbergt es heute in mehreren Räumen wie dem Hussitenzimmer, der Schwarzen Küche und dem Bürgerzimmer zahlreiche Exponate aus mehreren Epochen der Bernauer Stadtgeschichte.

Im Keller weisen neben einem Richtschwert aus dem 16. Jahrhundert vor allem diverse martialische Geräte darauf hin, dass der Henker nicht nur richten, sondern auch foltern musste. Schon kleine Vergehen konnten damals drakonische Strafen nach sich ziehen. Die Tortur galt bis in die frühe Neuzeit hinein als normales Rechtsmittel. Zur sogenannten „peinlichen Befragung“ standen dem Henker diverse grausame Instrumente zur Verfügung, die heute wohl manchem Besucher kalte Schauer über den Rücken treiben. Hölzerne Schandgeigen fixierten einst Hals und Hände der Delinquenten, Schandmasken aus Metall mussten gleich mehrere Tage getragen werden und Schandsteine wurden den Gequälten um den Hals gehängt, wenn sie an den Pranger geführt wurden.

An ein weiteres schreckliches Kapitel der Bernauer Geschichte erinnert eine Skulptur aus Metall neben dem Henkerhaus: Hier sind die Namen von 28 hauptsächlich weiblichen Opfern verewigt, die zwischen 1536 und 1658 in Hexenprozessen hingerichtet wurden.

Anfahrt: Mit der S2 gelangt man vom Bahnhof Friedrichstraße in 36 Minuten nach Bernau. Vom Bahnhof ist es nur ein kurzer Spaziergang am Rathaus und der Kirche St. Marien vorbei bis zum Henkerhaus nahe des nördlichen Mühlentors.

Kontakt: Heimatmuseum Bernau, Am Henkerhaus, 16321 Bernau bei Berlin, Telefon: 03338 22 45, www.bernau-bei-berlin.de (unter Stadtporträt / Sehenswertes). Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr. Eintritt: ein Euro, ermäßigt 50 Cent.

Autor:

Michael Vogt aus Prenzlauer Berg

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