Corona-Krise
Filmpalast Bernau bittet Fans um Hilfe zu Ostern

Die Beleuchtung aus, der Eingang dunkel - Blick vom Vorplatz auf den Filmpalast Bernau bei Berlin (Landkreis Barnim) am gestrigen Ostersonntag.  Das Kino erfreut sich in der Region großer Beliebtheit.
  • Die Beleuchtung aus, der Eingang dunkel - Blick vom Vorplatz auf den Filmpalast Bernau bei Berlin (Landkreis Barnim) am gestrigen Ostersonntag. Das Kino erfreut sich in der Region großer Beliebtheit.
  • Foto: Marcel Adler
  • hochgeladen von Marcel Adler

BERNAU BEI BERLIN - Ein Kino nordöstlich von Berlin kämpft ums wirtschaftliche Überleben: In einem emotionalen Appell bittet der Filmpalast Bernau seine treuen Besucher, auch zu Ostern an die Kultstätte zu denken. 

Dass Kinos bereits vor dem "Shutdown" mit schwindenden Besucherzahlen kämpfen mussten, bleibt in Zeiten von boomenden Streamingdiensten ohnehin ein Problem. Nach und nach traf es auch große Filmpaläste - zum Beispiel das UCI an der Landsberger Allee in Friedrichshain, das im August 2018 nach 20 Jahren Spielbetrieb für immer schloss. Corona könnte weiteren Lichtspielhäusern nun viel schneller den Todesstoß verpassen. In Bernau bei Berlin, direkt hinter dem Bahnhof (S2), steht der Filmpalast an den Bahnhofspassagen. Normalerweise ist hier täglich um 20 Uhr mehr los. Bis nach Berlin ist's vielen abends zu weit und für Bewohner von Biesenthal bis Wandlitz liegt der Palast zentral und ist gut mit fast allen Bussen in der Region zu erreichen. Dem Kino hatte es sicherlich nicht unbedingt geschadet, dass die letzte Videothek in Bernau am Sportforum längst dicht machte. Das Kino ist bei vielen Menschen in der Stadt und im Landkreis geschätzt. Seit Corona herrscht jedoch unheimliche Stille auf dem Platz vor dem Kino. Ich besuchte den Ort am Ostersonntag lediglich für mein Foto. Es ist "Shutdown" in Bernau, der Kinobetrieb längst verboten. Überall sind die gebastelten Ostereier mit Botschaften an den Fenstern, die um Unterstützung bitten. 

Der einzige Weg von Einnahmen

Die angeordnete Schließung stellt das Unternehmen vor die "enorme wirtschaftliche Herausforderung mit einer großen Gefahr von kurzzeitigen (...) und langfristigen negativen Folgen". Der Betreiber wendet sich deshalb mit Flyern, die provisorisch auf einem gelben A5-Papier, aber aufrichtig geschrieben und mit einem Foto bedruckt wurden, offensiv an alle Anhänger des Kinos. Man würde sich "über einen Kauf von einem Gutschein auch an Ostern sehr freuen". Der wäre drei Jahre lang unter anderem für Eintrittskarten gültig, sobald das Kino wieder geöffnet werden darf. "Dies ist derzeit die einzige Möglichkeit für uns Einnahmen zu generieren, um die laufenden Kosten einigermaßen bewältigen zu können", schrieb man weiter. Die Flyer wurden bereits verteilt und lagen gestern noch vor dem Kino aus.

Es geht ums nackte Überleben

Für das Kino ging es zwar auch um eine nette Geschenkidee für die Feiertage, aber inzwischen geht es ebenso ums nackte Überleben. Dabei hat sich der Filmpalast frühzeitig dem veränderten Markt angepasst und in den letzten Jahren investiert, so wurde etwa mit 3D-Technik aufgerüstet. Für Schulen aus der Region gab es vor der Corona-Krise regelmäßig Vorführungen an Wandertagen. Bis zur behördlichen Anweisung zur Schließung hatte das Lichtspielhaus mit gelockerter Sitzordnung und regelmäßiger Desinfektion versucht, den Betrieb in Bernau weiter laufen zu lassen. Doch nun stürzte der Filmpalast Bernau wegen Corona in seine schlimmste Krise und bittet deshalb zu Ostern auch um Hilfe bei seinen Fans bzw. stets treuen Besuchern.

Autor:

Marcel Adler aus Friedrichshain

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