Trogbau hat begonnen / Neubau bis Herbst 2020
Beim "Wildwuchs" tut sich was

Der komplizierte Trogbau hat um den 20. Mai herum begonnen und dürfte bis Ende Juli /Anfang August dauern.
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Eigentlich sollte der Neubau längst fertig sein. Doch bisher steht nicht mal der Rohbau. Beim „Wildwuchs“ hinkt das Bezirksamt ordentlich hinterher.

Beharrlich kündet das Bauschschild den fertigen Neubau für 2018 an. Dabei steht an der Götelstraße noch nicht einmal der Rohbau. Das neue Haus für den „SportJugendClub Wildwuchs“ will nicht fertig werden und die Jugendlichen müssen weiter in den Containern gegenüber ausharren.

Inzwischen tut sich auf dem Baufeld aber wieder was. Schweres Gerät wurde angefahren. Mit dem Trogbau (Unterwasserbetonage) für den Erdaushub des Kellers und die Wasserhaltung ist es endlich losgegangen. In acht Wochen will man damit fertig sein, hatte der zuständige Facility-Stadtrat Andreas Otti (AfD) im Hochbauausschuss Ende April angekündigt. Anfang Mai sollte die Baustelle dafür eingerichtet sein. Nun dürfte es Pi mal Daumen noch bis Ende Juli dauern, bis die Stahlspundwände gesetzt und die schwere Betonplatte im Unterwasserboden verankert ist. Danach sollen mit dem Kellerausbau die Rohbauarbeiten beginnen und die einzelnen Gewerke (Heizung, Sanitär, Elektrik etc.) für die Innenräume ausgeschrieben werden. Für den kompletten Rohbau ist eine Firma bereits unter Vertrag.

Sind Doppelschichten
eine Lösungen?

Spätestens im Herbst 2020 soll der Neubau fertig sein. So prognostiziert es auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als Fördermittelgeber. Bleibt es bei diesem Termin, sind seit der fertigen Baugrube im Juni 2018 über zwei Jahre ins Land gezogen. „Ich hoffe sehr, dass die Jugendlichen dann endlich aus dem Container rauskönnen“, sagt Ina Bittroff (SPD). „Das Bauprojekt ist vom Bezirksamt von Anfang an falsch eingeschätzt worden. Vielleicht kann die verlorene Zeit durch Doppelschichten oder Wochenendarbeit auf der Baustelle ein bisschen aufgeholt werden.“ Die SPD-Bezirksverordnete und Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses hatte in der BVV und in den Ausschüssen beim Stadtrat immer wieder hartnäckig nachgefragt, warum der Neubau nicht fertig wird und angekündigte Zeiten nicht eingehalten werden. Ina Bittroff will auch weiter Druck machen. „Bis der Neubau steht“, sagt sie.

Die Liste der Fehlschläge
ist sehr lang

Tatsächlich ist die Liste der Komplikationen am Bau lang. Erst ruhten die Bauarbeiten nach dem Abriss des Altbaus, weil der Sondermüll nicht abgeholt wurde. Dann musste das Areal nach Kampfmitteln sondiert werden. Später stellte sich heraus, dass der Bau wegen des erhöhten Grundwasserspiegels eine besondere „Gründung“ (Fundament) braucht, damit kein Wasser in den Keller läuft. Das Grundstück liegt unweit eines ausgewiesenen Überschwemmungsgebiets. Also musste umgeplant werden. Ein Bodengutachten stellte außerdem fest, dass das Grundwasser schadstoffbelastet ist. Es ohne Grundwasserreinigungsanlage (Filter) in die Havel abzuleiten, hätte die Wasserbehörde nicht genehmigt. Und es alternativ in der Kanalisation zu entsorgen, lehnten die Berliner Wasserbetriebe ab. Die Filteranlage war dem Bezirksamt aber offenbar zu aufwendig und mit rund 540.000 Euro zu teuer. Der Rohbau hätte sonst bereits im September 2018 beginnen können.

Stattdessen entschied man sich für die mit geschätzten 350.000 Euro günstigere Trogbauweise. Weil die jedoch kompliziert ist, schrieb sie das Bezirksamt im Januar 2019 aus. Vier Spezialtiefbaufirmen sollen sich beworben haben. Das günstigste Angebot lag nach Informationen des Spandauer Volksblattes bei 920.000 Euro. Zu kostspielig für das Bezirksamt, das daraufhin erneut ausschrieb und die Kosten um 90.000 Euro „drücken“ konnte.

Mit allem Drum und Dran – inklusive Preissteigerungen, Preisverhandlungen, wiederholter Vergabeverfahren – haben sich die Kosten für den Neubau nach Schätzungen der Senatsverwaltung bis jetzt auf rund 5,4 Millionen Euro summiert. Ursprüngliche Summe: 4,2 Millionen. Knapp 5,2 Millionen Euro fließen aus dem Fördertopf „Infrastrukturmaßnahmen in Stadterneuerungsgebieten“. Die restlichen 200.000 Euro muss der Bezirk berappen.

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