Stammbahn soll in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden

Steglitz-Zehlendorf. Die Bürgerinitiative (BI) Stammbahn will die Wiederinbetriebnahme der Strecke vorantreiben. In einem Schreiben an die Abgeordnetenhausfraktionen von SPD, Bündnisgrünen und Linkspartei fordert sie die Aufnahme des Themas in den Koalitionsvertrag.

Im Brief an die „vermutlichen“ Koalitionsfraktionen heißt es, im Wahlkampf hätten sich die drei Parteien für die Reaktivierung der Stammbahn zwischen Potsdam und der Berliner Innenstadt als Bestandteil eines umweltverträglichen Verkehrsangebots ausgesprochen. Jetzt sei es an der Zeit, dieses Wahlversprechen umzusetzen.

Die BI schlägt konkrete Schritte vor, die in die Koalitionsvereinbarungen aufgenommen werden sollen. Zunächst sei eine fachlich fundierte Prüfung nötig. „Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung mit realistischen Annahmen zu Stadtentwicklung, Linienangebot und Betriebskonzept unter dem Vorzeichen einer wachsenden Stadt ist die Grundlage einer rationalen Diskussion“, sagt BI-Sprecher Hubertus Bösken. Auch die Alternativen, die Stammbahn als Regional- oder als S-Bahn fahren zu lassen, sollen untersucht werden.

Die Realisierung einer elektrifizierten Bahnstrecke braucht einen langen Vorlauf. Die BI zeigt Zwischenlösungen auf, die sie schon in der kommenden Legislaturperiode als machbar ansieht. So wäre die Wiederherstellung der Strecke Zehlendorf – Düppel/Kleinmachnow als S-Bahn bis zum Potsdamer Platz ein erster Schritt. Später könnte die Regionalbahn RB 33 von Jüterbog nach Wannsee mit nur wenigen baulichen Veränderungen nach Steglitz weiter fahren.

Überlegenswert sei auch, nach der Wiederherstellung der Strecke die Stammbahn mit Brennstoffzellen zu betreiben – ein Verfahren bei dem die chemische Energie eines Brennstoffs in Elektrizität umgewandelt wird. „Damit wäre die Stammbahn ein Ort der Innovation“, erklärt Bösken. „Unsere vorgeschlagenen Lösungen verbauen nichts und sind keine verschenkten Investitionen.

BI-Mitglied Jens Klocksin ergänzt: „Es gibt jetzt die große Chance, etwas für den Nahverkehr in Berlin und Brandenburg zu tun.“ Von den Linken und den Grünen hätte es erste positive Reaktionen auf das Schreiben gegeben. uma

Autor:

Ulrike Martin aus Neukölln

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