Einsatz des Kiezbeirats „Lebensnetz“ hat sich gelohnt
Marode Kaufhalle weicht neuem Supermarkt

Auf dem Grundstück an der Wartenberger Straße 51 hat der Bagger ganze Arbeit geleistet. Die frühere Kaufhalle wird abgerissen.
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  • Auf dem Grundstück an der Wartenberger Straße 51 hat der Bagger ganze Arbeit geleistet. Die frühere Kaufhalle wird abgerissen.
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Auf dem Grundstück der früheren Kaufhalle an der Wartenberger Straße 51 tut sich endlich etwas.

Im Juli begann der Abriss der alten Halle. Und sobald die Baugenehmigung aus dem Bezirksamt vorlegt, kann dort mit dem Bau eines neuen Supermarktes begonnen werden. Vorgesehen ist, dass es ein Netto Marken-Discount wird. Damit verbessert sich auch endlich die Einkaufssituation im Kiez. Dass es auf diesem Grundstück endlich vorangeht, ist dem Engagement des Kiezbeirats „Lebensnetz“ und der Ortsgruppe der Volkssolidarität zu verdanken. Seit 2014 setzen sich deren Mitglieder für den Bau eines neuen Supermarktes in diesem Gebiet ein.

Die frühere Kaufhalle der Konsum-Genossenschaft war 1977 eröffnet worden. Das Grundstück dafür stellte der damalige Berliner Magistrat zur Verfügung. In den 90er-Jahren verkaufte der Senat das Grundstück dann an den Konsum. Das Kaufhallengebäude wurde ab den 90er-Jahren von einer westdeutschen Supermarktkette genutzt.

Nachbarschaft im Wandel

Weil immer weniger Menschen in diesem Gebiet lebten, stimmte irgendwann der Umsatz nicht mehr. 2009 schloss die Kaufhalle. Seit dem ging es mit dem Bau bergab. Die Fassade wurde mit Plakaten zugekleistert und mit Graffiti beschmiert. Die Bausubstanz wurde immer maroder. Doch inzwischen hat sich die Nachbarschaft rasant verändert. Es entstanden neue Häuser und Wohnanlagen, berichtet Klaus-Dietrich Ehlert. Er kümmert sich im Kiezberat „Lebensnetz“ vor allem um die Bauthemen.

Immer mehr Wohnungen,
wenig zum Einkaufen

So entstanden an der Wartenberger Straße 40 zum Beispiel Wohnungen für 700 Einwohner. Im Mühlengrund befinden sich Wohnungen für weitere 1200 Einwohner im Bau und an der Rhinstraße/Wollenberger Straße ist der Bau von Wohnungen für bis zu 6500 Einwohner geplant. Hinzu kommt, dass auch der einstige Leerstand von 70 Prozent in den vorhandenen Wohnungen nicht mehr vorhanden ist. Inzwischen sind fast alle Wohnungen wieder vermietet. Wer allerdings einkaufen möchte, musste bisher mit der Straßenbahn oder dem Auto ein Stück fahren.

Kiezbeirat sammelte Unterschriften

„Damit sich an dieser Situation etwas ändert, haben der Kiezbeirat und die Ortsgruppe der Volkssolidarität die Initiative ergriffen“, berichtet Ingolf Hänel. Er ist der Sprecher des Kiezbeirats „Lebensnetz“. Im Jahr 2014 wurden 400 Unterschriften für die Reaktivierung des Supermarktstandorts Warenberger Straße 51 gesammelt. Die Konsum-Genossenschaft, der Grundstück und Gebäude gehören, war zwar zu einem Neubau bereit. Doch die Behörden verweigerten ihre Zustimmung. Der Grund: Das betreffende Grundstück ist im Flächennutzungsplan (FNP) als Grünfläche ausgewiesen. Perspektivisch sollte dort ein Spielplatz entstehen. Doch als der FNP beschlossen wurde, war noch nicht abzusehen, wie sich dieses Gebiet einmal von der Einwohnerzahl her entwickeln würde.

Genehmigung dauerte lange

Der Kiezbeirat hatte immer wieder Stadträte und weitere Bezirkspolitiker zu seinen Sitzungen eingeladen und auf die Reaktivierung des Einzelhandelsstandortes gedrängt. Schließlich kam es zu einem Rechtsstreit zwischen der Konsum-Genossenschaft und den zuständigen Behörden. Nach einem Vor-Ort-Termin urteilte das Verwaltungsgericht zu Gunsten der Genossenschaft, berichtet Ingolf Hähnel. Im September vergangenen Jahres stellte die Konsum-Genossenschaft daraufhin ihren Bauantrag für einen Neubau auf diesem Grundstück. Seit dem zieht sich das Genehmigungsverfahren in die Länge, unter anderem wegen zu erstellenden Gutachten und unterschiedlicher Auffassungen über die Anzahl der Parkplätze.

Aber nun konnte die alte, sehr marode Kaufhalle abgerissen werden. Die Nachbarn hoffen, dass schon bald mit dem Bau eines neuen Supermarkts begonnen werden kann. „Unser gemeinsamer Einsatz für den Kiez hat sich gelohnt“, sagt Ingolf Hähnel.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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