Kontrollen in der Köpenicker Straße: Politiker kritisieren die Polizei

In der Köpenicker Straße gilt nachts Tempo 30. Geschwindigkeitskontrollen ergaben laut Polizei keine "auffälligen" Ergebnisse.
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Biesdorf. Der Bezirk ist mit dem Versuch gescheitert, nachts auf der Köpenicker Straße mehr Geschwindigkeitskontrollen und mehr Kontrollen der Tonnage von Lkw zu erreichen. Dies lässt sich aus einem Schreiben der Polizeidirektion 6 schlussfolgern.

Laut diesem Papier wurden im ersten Halbjahr 2014 drei nächtliche Geschwindigkeitskontrollen in der Köpenicker Straße über insgesamt vier Stunden durchgeführt. Von 22 bis 6 Uhr gilt ein Tempolimit von 30 km/h. Elf Autofahrer fuhren zu schnell.

Gegen vier wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil sie Tempo 30 mit mehr als 20 Stundenkilometern überschritten. Ein Autofahrer wurde geblitzt, der fast 60 km/h fuhr. Aufgrund dieser Ergebnisse zieht die Polizeidirektion 6 das Fazit, dass die Köpenicker Straße im Verhältnis zu anderen Hauptverkehrsstraßen im Bezirk zu keiner Tages- und Nachtzeit "auffällig" sei.

Dies gelte auch für die Einhaltung der Tonnagebegrenzung über die Brücke am S-Bahnhof Wuhlheide. Sie darf nur von Lkw mit einem Gesamtgewicht von zwölf Tonnen befahren werden. Größere Fahrzeuge würden im Rahmen des täglichen Einsatzdienstes im Bereich der Bahn-Brücke an der Rudolf-Rühl-Allee überprüft, heißt es in dem Schreiben weiter. "Bei Kontrollen größerer Fahrzeuge gab es bisher keinerlei Hinweise auf eine Überschreitung der vorgeschriebenen maximalen Gewichtsbeschränkung."

Bezirksverordnete zweifeln die Einschätzung der Polizei an. Sie weisen auf ihre eigenen Erfahrungen hin. Wie Christiane Uhlich von der SPD-Fraktion. "Erst kürzlich hat mich ein Autofahrer nach 22 Uhr mit mindestens 60 Stundenkilometern überholt", sagt sie. Auf ihren Antrag hin, hatte die Bezirksverordnetenversammlung das Bezirksamt beauftragt, die Polizeidirektion um mehr Geschwindigkeitskontrollen zu bitten.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksverordnetenversammlung und Vorsitzende des Verkehrsausschusses Johannes Martin hält die Haltung der Polizei ebenfalls für unangemessen. "Bei uns ruft mindestens einmal in der Woche ein Anwohner der Köpenicker Straße an und beschwert sich über zu schnell fahrende Autos oder über Lkw", erklärt Martin.

Drei Tempokontrollen in sechs Monaten seien viel zu wenig, um Folgerungen zu ziehen, wie es die Polizeidirektion tut. "Außerdem muss man die Frage stellen, um welche Uhrzeit die Kontrollen durchgeführt wurden", sagt er. Er werde dafür Sorge tragen, dass sich das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung mit der Antwort der Polizei nicht zufrieden gibt.

Harald Ritter / hari
Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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