Nur ein Feigenblatt?
Blankenburger Garten- und Siedlerverein unzufrieden mit Bürgersprechstunden des Senats

Seit Januar bietet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine Vor-Ort-Sprechstunde „Stadt behutsam weiterbauen im Blankenburger Süden“ in Räumen der Albert-Schweitzer-Stiftung an. Doch mit der Auskunftsfähigkeit der Mitarbeiter sind viele Besucher unzufrieden.

Seitdem die Sprechstunde regelmäßig stattfindet, kommen Bewohner und Kleingärtner der Anlage Blankenburg in der Hoffnung, mehr und vor allem Neues über den Fortgang der Planungen zu erfahren. Doch diese Hoffnung erfüllte sich bisher nicht. Dieses Resümee zieht zumindest der Vorstand des Vereins Garten- und Siedlerfreunde Anlage Blankenburg.

Seit einem Jahr brodelt es in der Anlage. Am 3. März 2018 stellte nämlich Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) die Pläne für die Bebauung des Blankenburger Südens vor. Diesen Plänen zufolge sollten auch große Teile der Anlage Blankenburg dem Wohnungsbau und benötigter Verkehrsinfrastruktur weichen. Die Empörung bei den Blankenburger war groß. Inzwischen ist ein Großteil der Pläne für die Anlage vom Tisch, aber noch immer werden Flächen für die Verkehrsinfrastruktur benötigt.

Um die Wogen weiter zu glätten, eröffnete die Senatsverwaltung vor einigen Wochen ein Bürgerbüro in der Bahnhofstraße 32. Dort können sich Interessierte in Einzelgesprächen oder an Gesprächsabenden über den aktuellen Stand der Planungen informieren, kündigte der Senat an. Nachdem Nutzer der Anlage Blankenburg regelmäßig die Sprechstunde besuchten, resümiert die Vorstandsvorsitzende des Vereins, Ines Landgraf, dass die Mitarbeiter eigentlich nur den Informationsstand von vor einem Jahr vermitteln. „Über erstellte Gutachten war nichts zu erfahren“, so die Vorsitzende. „Die Vorstellung einer Untersuchung zur Flora und Fauna erschien uns schon im Ansatz äußerst oberflächlich, keinesfalls vollständig.“ Vor allem zur Verkehrsplanung konnten keine Aussagen gemacht werden. „Außer Schweigen und Unkenntnis-Erklärung war über die Verkehrsplanung nichts zu vernehmen“, so die Vorstandsvorsitzende. Verärgert schrieb der Vorstand der Anlage jetzt einen offenen Brief an Senatorin Lompscher und machte seinem Unmut über die Auskunftsunfähigkeit im Bürgerbüro Luft. Man habe den Eindruck, dass das Bürgerbüro lediglich als ein Versuch der Bürgerberuhigung zu werten ist, „jedoch nicht als ehrlich anzuerkennender Teil einer Bürgerbeteiligung“, heißt es im Brief.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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