Zaunarbeiten bald fertig / Finale der Stadtjäger
Schlussakt für Wildschweinplage

Verwüstete Grabanlage: Damit wird jetzt hoffentlich bald Schluss sein.
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Um der Wildschweinplage Herr zu werden, sichert das Bezirksamt den Zaun um den Friedhof „In den Kisseln“ weiter ab. Noch im Januar sollen die Arbeiten beendet sein. Dann werden Stadtjäger hoffentlich auch den letzten Schwarzkittel vom Friedhof vertreiben.

Um die Wildschweine fernzuhalten, wird am Friedhofszaun weiter repariert und abgesichert. Rund um das Grundstück an der Pionierstraße 80 ist der Zaun inzwischen in robuster Stahlmattenbauweise erneuert worden, teilt das Bezirksamt mit. Dort wühlten sich die Schwarzkittel offenbar besonders gern durch. Als weitere Schwachstelle gilt die Zaunstrecke an der Bötzowbahn bis zum Haupteingang des Friedhofes. Dieses Teilstück wird gerade mit einem Wildschutzgeflecht dicht gemacht. Sobald diese Arbeiten beendet sind, wollen Stadtjäger noch im Januar die geschätzten letzten zwölf bis 15 Wildschweine vom Friedhof jagen.

Den Friedhofszauns komplett zu erneuern, sieht das Bezirksamt dagegen „nach genauer Überprüfung von fachlicher Seite als nicht notwendig“ an. „Stattdessen haben wir uns auf die in den Augen der Experten tatsächlichen Schwachstellen konzentriert und mit den jetzt erfolgten Maßnahmen effektiv und effizient gehandelt“, sagt Baustadtrat Frank Bewig (CDU).

Spandauer sammelten
500 Beschwerdeunterschriften

Ein sicherer Zaun allein ist aber nicht die Lösung. Ein großes Problem sei nach wie vor, dass Zugänge und Nebentore zum Friedhof nicht immer verschlossen hinterlassen werden, so der Stadtrat. Das hatten auch die Stadtjäger schon bemängelt. Entweder vergessen Besucher, die Tore zu schließen, oder auch Mitarbeiter von Fremdfirmen auf dem Friedhof. Dieses Problem ist laut Stadtrat aber nur bedingt durch bauliche Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Das Bezirksamt überlegt deshalb, entsprechende Hinweisschilder für die Besucher aufzustellen. „Wir haben also sämtliche Aspekte, die zu einer dauerhaften Lösung führen können, im Blick und verfolgen diese auch“, sagt Bewig. Deshalb sei man zuversichtlich, mit der Summe der Maßnahmen Erfolg zu haben. Optimistisch ist auch Torsten Kramer. „Wir gehen ebenfalls davon aus, bis spätestens Ende Februar eine Lösung für die Wildschweinplage gefunden zu haben“, sagt der Bereichsleiter der Friedhofsgärtnerei der Paul-Gerhardt-Diakonie am Evangelischen Johannesstift. Die Friedhofsgärtnerei hat seit August 2018 bis heute rund 500 Beschwerdeunterschriften von Spandauern gesammelt, die von den Wildschweinen genervt sind. Denn wie bereits mehrfach berichtet, verwüsten die Schwarzkittel täglich mehrere hundert Grabstätten auf dem städtischen Friedhof. Besonders traurig: Darunter sind auch Gräber von Kindern.

Keine endgültige Garantie

Trotz alledem kann der Stadtrat den Spandauern keine endgültige und hundertprozentige Lösung für den Friedhof versprechen, der immerhin fast 45 Hektar groß und von einem 3,7 Kilometer langen Zaun mit diversen Toren und Eingängen umgeben ist. Frank Bewig: „Das wäre nach den Erfahrungen der letzten zehn Jahre nicht aufrichtig, da Schäden an der Zaunanlage, beispielsweise durch Unwetter oder Vandalismus, auch künftig nicht ausgeschlossen werden können.“ Was auch für das nicht ordnungsgemäße Zuschließen der Eingänge gelte.

Seit der Unterschriftenaktion im August gab es zwei runde Tische mit Vertretern der Berliner Forsten, des Grünflächenamtes, der Friedhofsgärtnerei, der Dauergrabpflegegesellschaft „Friedhof Treuhand Berlin“ sowie mit Stadtjägern. Im September folgte eine Aktion, um den Wildschweinbestand zu erfassen und Tiere vom Friedhof zu vertreiben. Daran nahmen rund 65 Freiwillige teil. In den vergangenen Jahren investierte das Bezirksamt nach eigenen Angaben rund 200.000 Euro für den Einbau von Wildgitterrosten und die Sicherung mehrerer Eingangstüren auf dem Friedhof.

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