Monatelang nur entrümpelt
Buwog saniert jetzt die alten Speicher

Die Speicher werden zu Eigentumswohnungen mit Wasserblick und Gewerbe im Erdgeschoss.
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  • Die Speicher werden zu Eigentumswohnungen mit Wasserblick und Gewerbe im Erdgeschoss.
  • Foto: Vsiualisierung: Buwog Group
  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

„Waterkant“, „Neues Gartenfeld“ oder jetzt das „SpeicherBallett“: Spandaus grüne Wasserlage ist bei Investoren begehrt. Im Quartier Parkstraße Nord etwa entstehen um die alten Speicher des früheren Heeresverpflegungsamtes bis zu 650 neue Wohnungen.

„SpeicherBallett“ hat die deutsch-österreichische Buwog Group ihr neues Wohnquartier genannt. Weil die drei markanten Speicher so erhaben und gradlinig über dem Havelufer „tanzen“. Bis an der Parkstraße 13 aber tatsächlich Stil und Eleganz einziehen, dauert es noch drei Jahre.

Was schon gewuppt wurde, und was derzeit ansteht, darüber informierte die Buwog jetzt bei einer Baustellenbesichtigung. Eingeladen hatte dazu Bettina Domer auf ihrer „Fraktion vor Ort“-Tour durch Hakenfelde. Denn nicht nur die Spandauer SPD-Abgeordnete hatte Fragen. Auch viele Anwohner sind neugierig darauf, was in ihrer direkten Nachbarschaft passiert. Zumal es in der Vergangenheit wiederholt Beschwerden über das verwahrloste Gelände gab.

Viele Besitzerwechsel seit 2016

Auf den ersten Blick sieht es immer noch so aus, als hätte sich dort wenig getan – abgesehen von dem stabilen Zaun, dem Wachschutz, der abgetragenen Erde und den Schutthaufen. Auch die vergammelten Lagerhallen sind inzwischen weg. Ende 2016 hatte die Buwog das fünf Hektar große Gelände gegenüber der Insel Eiswerder von einem privaten Investor erworben. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hatte es einst verkauft. Seitdem wechselte es mehrmals den Besitzer. Weil sich offensichtlich niemand kümmerte, verfielen die historischen Speicher zusehends. Zum Nachteil für die Buwog Gruppe.

„Wir haben hier monatelang nur entrümpelt“, berichtete Projektleiter Nicolo Unger. Bis unter die Decke waren demnach die offenen Keller der Speicher zugemüllt: mit Abfall, Schrott, alten Autoreifen, Motoren und selbst mit ausgedienten Weihnachtsbäumen. Die Buwog ließ die Speicher-Zugänge zwar zuschweißen. Doch bis sich herumgesprochen hatte, dass das Grundstück wieder jemandem gehört, waren die Zugänge aufgebrochen und neuer Müll illegal entsorgt. Etwa 30 Tonnen kamen am Ende zusammen.

Eigentumswochnungen und Künstlerateliers

Jetzt steht die Schadstoffsanierung an, denn in den Speichern aus den Jahren 1939 bis 1941 wurde Asbest verbaut. Die Dächer sind aus Stahlbeton und sollten vor Brandbomben schützen. Alle drei Speicher stehen unter Denkmalschutz. Den fensterlosen Silo, den innen 36 senkrechte Röhren durchziehen, will die Buwog abreißen und durch einen Neubau im Stil der anderen Speicher ersetzen. Die Erlaubnis für den Abriss liege vor, sagte Projektentwicklerin Elke Kaczmarek. In den Speichern entstehen Eigentumswohnungen mit Balkonen. Auch Künstlerateliers sind angedacht.

Neben den Gebäuden werden weitere Neubauten errichtet, für Wohnungen mit Balkonen, Terrassen oder privaten Gärten. Ein Drittel der rund 600 neuen Wohnungen soll als Eigentum verkauft werden. Den Rest will die Buwog im eigenen Bestand behalten und vermieten. Wie hoch die Mietpreise dort sein werden, steht noch nicht fest. Ein städtebauliches Konzept mit Details zu Wohnungsgrößen und Ausstattung werde mit dem Bezirksamt gerade erarbeitet, hieß es auf Nachfrage von Bettina Domer. „Wir setzen hier wie bei allen neuen Wohnbauprojekten in Spandau auf eine gute soziale Mischung mit bezahlbarem Wohnraum“, betonte die Abgeordnete.

Sozialwohnungen sind in dem neuen Quartier nicht vorgesehen. Das „Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung“, das preisgünstigen Wohnraum bei Wohnungsbauprojekten schaffen will, greift hier laut Buwog nicht, weil das Gelände bereits seit 2006 einen Bebauungsplan hat.

Auch Gewerbe, Cafés, eine Kita und Spielplätze plant die Buwog, die in Berlin durch Neubauprojekte wie „52 Grad Nord“ in Grünau oder „The One“ in der Europacity in Mitte bekannt ist, an der Parkstraße. Rund 225 Millionen Euro investiert der Entwicklungsträger in das neue Viertel. Frühestens 2021 sollen die ersten Bewohner in die Smart-City an der Havel einziehen können. Das Quartier Parkstraße Nord gehört zum städtebaulichen Entwicklungsgebiet Wasserstadt (Oberhavel) Spandau.

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