Eine grüne Kiezoase
Nahe dem U-Bahnhof Louis-Lewin-Straße ist ein weiterer Paradiesgarten entstanden

Architektin Susanne Schnorbusch hat den Panoramagarten mit ihrem Team geplant.
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Wildblumen blühen in voller Pracht zwischen kleinen Obstbäumen, umrandet von einer Steinmauer. Daneben werden Hochbeete bepflanzt. Fünf Picknick-Inseln neben einem frisch asphaltierten Weg laden zu einer Pause ein. Und an einer Bank kann durch Treten in die Pedale Strom fürs Handy erzeugt werden.

Innerhalb von vier Monaten hat der Panoramagarten am Hellersdorfer Graben in Höhe der Albert-Kuntz-Straße 41 Gestalt angenommen. „Es sollte ein sinnlicher, erlebbarer Ort werden, der duftet und an dem die Menschen auch ein bisschen aktiv werden können“, erzählt Susanne Schnorbusch. Sie ist die Projektleiterin und hat als selbstständige Architektin bereits in der Vergangenheit verschiedene Gärten in Großraumsiedlungen mit Anwohnern zusammen entwickelt. Von 2009 bis 2012 kümmerte sie sich bereits um den Kiezpark Fortuna an der Schwarzburger Straße in Marzahn.

Anwohner aus dem Kiez helfen mit

Gelernt hat sie, dass es nicht sinnvoll ist, den Menschen im Kiez einen Garten einfach nur vorzusetzen. Stattdessen müssen die Anwohner von Anfang in die Entwicklung miteinbezogen werden. Nur so lässt sich gewährleisten, dass sie sich auch nach der Fertigstellung darum kümmern, Blumen und Bäume bewässern und den Garten instandhalten.

In ihrem aktuellen Projekt entwickelt sie gleich drei Paradiesgärten vor Gemeinschaftsunterkünften im Bezirk. Einer ist bereits im vergangenen Jahr eröffnet worden: der sogenannte Naschgarten an der Schönagelstraße. Im September dieses Jahres soll der Bau des Sonnengartens an der Paul-Schwenk-Straße beginnen.

Während diese beiden Anlagen in Marzahn liegen, befindet sich der Panoramagarten in Hellersdorf parallel zur U-Bahnlinie 5 mit Blick auf den Hellersdorfer Graben am Bahnhof Louis-Lewin-Straße. Aufgrund der Pandemie konnte er erst jetzt im Spätsommer fertiggestellt werden, weswegen nicht mehr viel Zeit bleibt, die blühenden Wildblumen zu genießen. Dafür möchte Susanne Schnorbusch jedoch mit den Kindern aus der Kita nebenan noch ein paar Zwiebeln in einem der angelegten Hochbeete einpflanzen, damit im kommenden Frühjahr Krokusse und Tulpen sprießen.

Barfuß über Rindenmulch

Ende August luden die Architektin und ihr Team bereits zu drei Thementagen in den Panoramagarten ein. Dabei wurden unter anderem mit den Kindern Origami-Vögel gebastelt. Außerdem wurde der neue Tastpfad in der Wildblumenwiese zum Ausprobieren freigegeben, wo barfuß verschiedene Materialien wie Rindenmulch, Kies oder Sand erkundet werden können. „Für die Kinder ist das schon faszinierend“, sagt Schnorbusch.

Mit welcher Begeisterung vor allem die Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft in der Albert-Kuntz-Straße mitgemacht hätten, habe sie „wirklich gerührt“. Von ihnen ließ sich die Projektleiterin zum Test auch gleich mal ihr Handy aufladen. Das funktioniert an der von einer belgischen Firma hergestellten „WeWatt Bench“. Diese verfügt über einen Anschluss für Handy-Netzteile. Wer kräftig in die Pedale tritt, erzeugt Strom, womit der Akku aufgeladen wird. Die Bank ist jedoch mehr ein nettes Spielzeug als effektive Aufladestation. „Für sieben Prozent musste etwa 20 Minuten gestrampelt werden“, berichtet sie.

350 000 Euro hat der Senat für alle drei Paradiesgärten freigegeben. Für den rund 600 Quadratmeter großen Panoramagarten hatte Susanne Schnorbusch etwa 110 000 Euro für Beteiligungsformate und den Bau zur Verfügung. Damit sollte vor allem ein Treffpunkt für die Nachbarschaft entstehen, eine kleine Gartenoase, die Menschen jedes Alters und jeder Religion über die gemeinsame Freude am Gärtnern zusammenbringt. Vor dem Ende der Gartensaison soll noch ein Obstspalier entstehen. Außerdem fehlen noch ein Mülleimer und eine Wasserleitung zum Garten. Für die Zukunft hofft Susanne Schnorbusch auf mehr Neugier aus der Nachbarschaft und dass sich die Anwohner mit weiteren Wünschen an sie wenden.

Kontakt zu Susanne Schnorbuch per E-Mail an info@su-schnorbusch.de.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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