Wie in einem Kunstgewerbemuseum
Bei Doris Koppe (80) hängt das Lebenswerk an den Wohnungswänden

Rund 100 selbst gestaltete Kunstarbeiten schmücken die Wände der Wohnung von Doris Koppe
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  • Rund 100 selbst gestaltete Kunstarbeiten schmücken die Wände der Wohnung von Doris Koppe
  • Foto: hari
  • hochgeladen von Harald Ritter

Ein Hobby kann schon mal zur Lebensaufgabe werden. Für Doris Koppe ist es das Gestalten von Textilien, die auch Zeugnisse der Zeitgeschichte sind.

Wer ihre Wohnung betritt, könnte glauben, in einem Kunstgewerbemuseum zu sein. Alle Wände sind mit unterschiedlichsten Arbeiten geschmückt. Das reicht vom der Seidenmalerei über andere Techniken der Textilgestaltung bis zu Arbeiten in den unterschiedlichsten Materialien. Alle zusammen stellen das Lebenswerk der 80-jährigen Hobbykünstlerin dar.

„Das habe ich alles in meiner Freizeit gemacht und immer wieder in neuen Techniken oder mit neuen Materialien“, sagt sie. Von Beruf war sie Finanzwirtschaftlerin, hat also mit Zahlen gearbeitet. „Da war der Umgang mit dem Material und dessen Gestaltung ein schöner Ausgleich“, erläutert sie. Ihre Sammlung umfasst rund 100 Stücke der unterschiedlichsten Art.

Nur zwei Arbeiten sind nicht von ihr: Stickereien ihrer Mutter und Großmutter, in rotem Faden fein gearbeitete Buchstaben auf weißem Grund. Sie erinnern sie daran, „woher ich die Geduld und Sorgfalt habe, solche Arbeiten zu machen.“

Koppe wurde in Neuenhagen im Kreis Märkisch-Oderland geboren. 1963 zog sie nach Kaulsdorf zu ihrem Mann. Ihre Arbeitsstelle war damals beim Ingenieurhochbau Berlin (IHB) am Alexanderplatz. Dort wurde ihr ein Kurs in künstlerischer Textilgestaltung angeboten. Eine ihrer ersten Arbeiten war eine Collage vom Berliner Fernsehturm, der 1969 fertiggestellt wurde. Die meisten ihrer Arbeiten sind jedoch mehr abstrakter Natur, haben reinen Schmuckcharakter. Eine besondere Arbeit sind einige gerahmte Stücke Berliner Mauer, die Koppe in ein leicht glitzerndes Gewebe verpackt hat. „Das ist das gleiche Gewebe, mit der der Künstler Christo 1995 den Berliner Reichstag verhüllt hat“, erzählt sie.

Von 1990 bis Sommer 2017 leitete sie einen Kurs Textilgestaltung im damaligen Seniorentreff, heute Stadtteilzentrum Pestalozzi-Treff in Mahlsdorf. Heute nimmt sie an einem Zirkel Textilgestaltung im Grün-Klub der Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH, Am Baltenring 74, teil. Dort arbeiten Frauen gemeinsam an einem Wandbehang, dessen Erlös für soziale Zwecke gespendet werden soll.

Verkaufen wollte sie ihre eigenen Arbeiten nie. Da sie keine Kinder hat, gibt es aber auch keine Erben. „Es wäre schön, wenn meine Arbeiten als Wandschmuck in einem Klub oder anderen sozialen Einrichtung nach meinem Tod Verwendung fänden“, sagt sie.

Wer Interesse an dem textilen Wandschmuck hat, der meldet sich bei Doris Koppe unter ¿566 25 98.

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