Kleinod am Rande der Stadt
Künstlerinitiative schließt Station am Boulevard Kastanienallee

Die „Station urbaner Kulturen“ schließt nach zwei Jahren am Boulevard Kastanienallee ihre Pforten.
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  • hochgeladen von Harald Ritter

Die „Station urbaner Kulturen“ ist eine der interessantesten Veranstaltungsorte für Kultur im Bezirk geworden. Nach zwei Jahren am Boulevard Kastanienallee schließt sie mit einer  letzten großen Ausstellung ihre Pforten.

„Station urbaner Kulturen“ ist die Bezeichnung für den Treffpunkt, die Werkstatt und den Veranstaltungs- sowie Ausstellungsort der Künstlergruppe „Kunst im Untergrund". Die Künstlergruppe gehört der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst an und setzt eine aus der DDR stammende Tradition zur Ausstellung von Plakaten in U-Bahnhöfen fort. Erst im August hatte die Gruppe das 60-jährige Bestehen dieser Tradition in Berlin mit einer Ausstellung in ihrer „Station urbaner Kulturen“ gefeiert.

2014 wurde die Künstlergruppe im Rahmen eines von der Senatskulturverwaltung finanzierten Projektes im Bezirk aktiv. Das Leben in  Berliner Außenbezirken war seither das Thema in der „Station urbaner Kulturen“. Von hier aus organisierte die Künstlergruppe Kunstaktionen an U-Bahnhöfen und Ausstellungen.

Die Künstlergruppe hatte zunächst ihre „Station“ in einem Ladenkokal am Cecilienplatz aufgemacht. 2016 zog sie in leerstehende Gewerberäume am Boulevard Kastanienallee. Hier bereicherte sie den Kiez mit künstlerischen Aktivitäten zur Lebenssituation seiner Bewohner und brachte Kunstinteressierte in den Bezirk.

Die Förderung des Senats für die Arbeit der Künstlergruppe in Hellersdorf läuft Ende dieses Jahres aus. „Die Kulturverwaltung unterstützt uns weiter bei Aktivitäten im gesamten U-Bahnnetz von Berlin“, sagt Adam Page, Sprecher der Künstlergruppe. Diese Ausgabenstellung nehme die Gruppe gern an, verzichte aber ungern auf den Standort in Hellersdorf. „Wir wollen in dieser oder jener Form weiter vor Ort ein“, erklärt Page.

Als Verlust werden die endültige Schließung ihrer „Station“ einige im Bezirk empfinden. Besonders in dem Quartiersmanagementgebiet Boulevard Kastanienallee wird eine Lücke entstehen. Der Linke-Verordnete Michael Ostertag fordert in einem Antrag an die Bezirksverordnetenversammlung das Bezirksamt auf, den Senat zu bewegen, die Arbeit der Künstlergruppe am Boulevard Kastanienallee auch im Jahr 2019 und darüber hinaus zu finanzieren. „Die Arbeit am Standort Kastanienboulevard ist für die kulturelle Entwicklung des Quartiers eminent wichtig“, erklärte er. Über den Antrag ist noch nicht abgestimmt worden.

Ende November eröffnete die Künstlergruppe eine Ausstellung mit Großplakaten der weltweit bekannten Fotografin Katharina Sieverding im U-Bahnhof Alexanderplatz. Parallel sind Plakate von ihr noch bis Sonnabend, 15. Dezember, in der „Station urbaner Kulturen“ am Boulevard Kastanienallee, Auerbacher Ring 41, nahe Lebenshilfe e.V., von Do-Sa von 15 bis 19 Uhr zu sehen.

Die „Station urbaner Kulturen“ schließt nach zwei Jahren am Boulevard Kastanienallee ihre Pforten.
In einer Ausstellung im Herbst stellte die Künstlergruppe die langjährige Geschichte ihrer „Kunst im Untergrund“ am Boulevard Kastanienallee vor.

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