ReUse-Projekt arbeitet gebrauchte Computer-Technik auf

Christoph Stöhr begutachtet einen gerade angelieferten Computer.
  • Christoph Stöhr begutachtet einen gerade angelieferten Computer.
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Köpenick. Es soll Mitmenschen geben, die schmeißen alle zwei Jahre ihren Computer weg und kaufen neu. Der ausrangierte, aber noch voll funktionstüchtige Rechner landet dann im Elektronikcontainer des nächsten Recyclinghofs. Oder beim Projekt ReUse-Computer.

Die Adresse im "Haus der Nachhaltigkeit", ein Projekt der Lokalen Agenda Treptow-Köpenick, könnte nicht besser gewählt sein. Hat man sich doch den sparsamen Umgang mit Ressourcen auf die Fahne geschrieben.Christof Stöhr von ReUse-Computer nimmt eine Festplatte aus dem Karton und setzt sie in einen fünf Jahre alten Rechner ein. Der war vom früheren Besitzer ohne Festplatte - Stichwort Datenschutz - für den guten Zweck abgeliefert worden. Dann startet Stöhr den Rechner mit USB-Stick, auf dem sich Betriebssystem und Testprogramm befinden. Sofort erwacht die eigentlich für den Müll vorgesehene Technik zu ihrem zweiten Leben. Endlose Zahlenkolonnen zeigen dem Fachmann die Ressourcen und den Zustand des Rechners an. "Das Gerät ist völlig in Ordnung und wird bald bei einem Interessenten ein neues Arbeitsleben führen", verspricht Christof Stöhr.

Gedacht sind die bei ReUse-Computer aufgearbeiteten Geräte für sozial Schwache wie Hartz-IV-Empfänger und Senioren mit schmaler Rente, entsprechende Belege sollten vorgelegt werden. Sie zahlen eine Art Schutzgebühr ab 30 Euro für einen einfachen Computer.

Geräte können allerdings nur dann abgegeben werden, wenn auch genügend gebrauchte Computer, Monitore oder Drucker gespendet werden. "Es reicht völlig aus, wenn solche Geräte sozusagen erst nach ihrem zweiten Leben bei der BSR landen", meint Stöhr.

Wie eingangs erwähnt, steht bei ReUse-Computer der ökologische Aspekt im Vordergrund. Auch wenn ein mittelmäßiger Rechner heute für 500 Euro im Elektronikmarkt zu haben ist, ist der Produktionsaufwand hoch. Laut ReUse-Computer werden für die Herstellung eines einzigen Rechners 14 Tonnen Rohstoffe benötigt sowie 1500 Liter Wasser und 550 Kilowatt Strom eingesetzt. Pro Jahr fallen in Deutschland 125 000 Tonnen Computerschrott an.

Wer ReUse mit seinem alten Computer unterstützen will: Geöffnet ist Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 15 Uhr und Mittwoch von 16 bis 20 Uhr. Zu diesen Zeiten können sich auch Interessenten für einen Rechner melden.

Auskünfte unter 64 95 86 24. ReUse-Computer befindet sich im Haus der Nachhaltigkeit Rudower Straße 51, Hofeingang, unweit des Friedhofs von St. Laurentius.
Ralf Drescher / RD
Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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