Schätze aus alten Landkarten
„TreasureMap“ ist Berlins beste Schülerfirma 2019

Selin (vorne) und Lucia nähen die ausgeschnittenen und beklebten Kartenausschnitte zu fertigen Feder- und Tragetaschen zusammen.
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  • Selin (vorne) und Lucia nähen die ausgeschnittenen und beklebten Kartenausschnitte zu fertigen Feder- und Tragetaschen zusammen.
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In jeder Schule gibt es alte Karten. Für die Schülerfirma „TreasureMap“ der Carl-Zeiss-Oberschule sind diese kein Wegwerfprodukt, sondern wichtige Ressource. In Handarbeit werden daraus Federtaschen, Schlüsselanhänger und Tragebeutel gefertigt.

Mit diesem Konzept gewannen die neun Mädchen und drei Jungen aus der zwölften Klasse Anfang Mai den Junior-Landeswettbewerb. Damit dürfen sie sich Berlins beste Schülerfirma 2019 nennen und vom 12. bis 14. Juni am Bundeswettbewerb teilnehmen. Ein toller Erfolg, der so nicht zu erwarten war. Schließlich entstand „TreasureMap“ erst mit Beginn des Schuljahrs, als Kunstlehrerin Kristin Richter-Reichhelm nach motivierten Jugendlichen für eine neue Schülerfirma suchte. Von einem Kollegen hatte sie einen Stapel alter Landkarten bekommen. Die Idee, daraus Taschen zu machen, kam jedoch von den Schülern. „Weil die Karten durch Smartboards ersetzt werden, können wir sie für unsere Arbeit nutzen“, sagt Alessia. Auch Schulen aus anderen Bezirken haben ihre ausrangierten Karten zur Verfügung gestellt.

„Eine Federtasche schaffe ich in 30 Minuten“, meint Selin. Im WAT-Unterricht (Wirtschaft, Arbeit, Technik) lernte die 17-Jährige, mit einer Nähmaschine umzugehen. Während sie sich routiniert ans Werk macht, nehmen Acelya, Alexander, Melissa und Paul die nächste Landkarte zur Hand. Zu sehen sind der Golf von Mexiko, Südamerika und der Pazifik. Vorsichtig schneiden sie Stücke heraus. „Anfangs sind die uns oft gerissen“, erklärt Melissa. Aus diesem Grund bekleben sie die Stoffausschnitte mit Folie, um sie wasserbeständig und robuster zu machen. Selin und Lucia sind dann dafür verantwortlich, die Seitenränder auf die Tragetaschen und die Reisverschlüsse für die Federtaschen einzunähen.

Mehr als 100 Produkte haben sie mittlerweile verkauft. „Es spricht sich rum unter den Eltern. Die Lehrer sind aber unsere Hauptkäufer“, berichtet Madeleine (18). Eine Aufbewahrungstasche gibt es für 8,99 Euro, eine Federtasche kostet einen Euro mehr, eine Tragetasche 12,99 Euro. „Es geht ja gerade erst richtig los. Wir haben unsere Produkte vollständig entwickelt und lernen jetzt, diese zu vermarkten“, erläutert Melissa. An der Tafel stehen die nächsten Aufträge, die Schüler arbeiten auf Bestellung. Die meisten Artikel werden nach einem Wunschmotiv hergestellt. So möchte beispielsweise jemand eine Tragetasche mit einem Ausschnitt von Budapest. Ein anderer wünscht sich einen Schlüsselanhänger, auf dem Sankt Peter-Ording abgebildet ist. Häufiger nachgefragt sind Miami, London, natürlich Berlin, aber auch kleine Heimatorte von Zugezogenen. Die Schüler durchforsten dann die Karten, bis sie das gewünschte Motiv gefunden haben. „Wir stellen praktisch Schätze her“, so Hendrik, der den Namen „TreasureMap“ (Schatzkarte) vorgeschlagen hatte. Schade eigentlich, dass nach den Sommerferien eine neue Gruppe die Schülerfirma fortführt. Für das jetzige Team wäre der Stress zu groß, denn am Ende des kommenden Schuljahrs stehen die Abiturprüfungen an.

Einen Einblick in ihre Arbeit geben die Schüler auf Instagram („treasuremap_czo“). Kontakt und Bestellung unter treasuremap@carl-zeiss-oberschule.de.

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