Ein Bild entsteht im Kopf
Achim Freyer stellt seine neuen Arbeiten aus

Interessant sind Freyers "variable Kompositionen". Dabei setzt er Leinwände, die er zuvor zusammengeschraubt, bemalt und wieder auseinandergeschraubt hat, auf andere Weise zusammen. Diese Arbeit ist durch die Verwendung von Wacholderästen dreidimensional.
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  • Interessant sind Freyers "variable Kompositionen". Dabei setzt er Leinwände, die er zuvor zusammengeschraubt, bemalt und wieder auseinandergeschraubt hat, auf andere Weise zusammen. Diese Arbeit ist durch die Verwendung von Wacholderästen dreidimensional.
  • Foto: K. Rabe
  • hochgeladen von Karla Rabe

Das Kunsthaus Achim Freyer steht in den kommenden Wochen ganz im Zeichen seines Eigentümers. Der Künstler Achim Freyer zeigt in der Galerie der Villa im Kadettenweg Werke, die er in den vergangenen Jahren gemalt hat. Es sind zum Teil sehr großformatig und farbintensive Bilder.

Entstanden sind die meisten der derzeit im Kunsthaus zu sehenden Bilder in diesem und im vergangenen Jahr – als Freyer an den großen Theatern arbeitete. Zuletzt inszenierte er als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner bei den Salzburger Festspielen mit großem Erfolg die Oper Oedipe von George Enescu. Im vergangenen Jahr sorgte er mit seiner Inszenierung der Wagner-Oper „Das Rheingold“ in Seoul/Korea für Furore. Wie bleibt da noch Zeit für die Malerei?

„Wenn ich Theater mache, werde ich von dieser Arbeit so sehr in Anspruch genommen, dass der Druck zum Malen steigt. Ich muss malen“, sagt der 85-Jährige. Das Malen wiederum gibt ihm Kraft für die Arbeit am Theater. Er nutzt dann die großen Malsäle der Theater und Opernhäuser. „Hier kann ich mich so richtig austoben und große Formate malen. Diesen Platz habe ich bei mir nicht.“

Nach einer Operation an der rechten Schulter sind einige seiner Bilder gewissermaßen „mit links“ entstanden. Freyer kann seinen rechten Arm nicht mehr so wie früher belasten. Doch das ist für ihn kein Problem. Schnell habe er sich gewöhnt, mit der linken Hand zu malen. „Es ist anders als beim Schreiben“, sagt er. „Ein Bild entstehe im Kopf.“ Und es sei eigentlich egal, ob man mit der linken oder rechten Hand seine Gedanken und Ideen auf die Leinwand bringe.

Die Bilder, die Freyer malt, sind geprägt vor allem von Formen und Farben. Seine Malerei lässt sich keiner Schublade der Kunstgeschichte zu ordnen. Das war schon immer so – als Kunststudent an der Kunsthochschule Weißensee in der DDR, oder als Meisterschüler von Bertold Brecht. Zusammen mit A.R. Penck und vielen anderen bildete Freyer einen anarchistischen Gegenpol zur Staatsdoktrin der Kunst der DDR. Während dieser Zeit und auch später, ab 1972 in West-Deutschland, hat die Kunst Achim Freyers viele Wendungen durchlaufen. Gleich geblieben ist seine leidenschaftliche künstlerische Haltung.

Grundsätzlich folgt er seiner Intuition und seiner Phantasie. Der Zufall spiele dabei eine große Rolle, sagt er. Das zeigt sich vor allem bei seinen „variablen Kompositionen“. Vor der Arbeit schraubt er verschiedene Leinwände zusammen. Er bemalt sie dann und trennt sie wieder, um sie erneut zusammenzusetzen – in ganz anderer Weise. Dabei entstehen ganz neue Aspekte und Betrachtungsweisen.

Die Ausstellung „Achim Freyer – Bilder“ ist in der Galerie des Kunsthauses, Kadettenweg 53, bis zum 19. Januar zu sehen. Geöffnet ist Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr sowie nach Absprache unter t 8339314 oder per E-Mail an eam@achimfreyer.com

Zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm. Am 27. Oktober, 17 Uhr, wird der Film von Achim Freyer „Met Amor ph osen“ gezeigt.

Weitere Informationen auf www.achimfreyer.com.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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