Abschied voller Wehmut: Ausgabestelle von „Laib und Seele“ geschlossen

Anneliese Beck (links) ist mit 80 Jahren die älteste Helferin. Ihr fällt der Abschied von der Aktion „Laib und Seele“ schwer. | Foto: Klaus Teßmann
  • Anneliese Beck (links) ist mit 80 Jahren die älteste Helferin. Ihr fällt der Abschied von der Aktion „Laib und Seele“ schwer.
  • Foto: Klaus Teßmann
  • hochgeladen von Klaus Teßmann

Für die 36 ehrenamtlichen Helfer der Aktion „Laib und Seele“ ist es ein Abschied voller Wehmut. Die Ausgabestelle für Lebensmittel und die Kleiderkammer in der Adventgemeinde, Hausstockweg 26, sind geschlossen.

Am 19. Dezember haben die 27 Frauen und neun Männer zum letzten Mal Lebensmittel an Bedürftige verteilt. „Wir müssen hauptsächlich aus Altersgründen schließen“, sagte Udo Seltenhein. Er leitet seit elf Jahren die Ausgabestelle. „Wir finden einfach keine jüngeren Nachfolger.“ Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Die großen Kisten mit Lebensmittel sind sehr schwer. Das schaffen viele ehrenamtliche Helfer nicht mehr. Und so müssen sie sich schweren Herzens von dieser liebgewordenen Hilfe für andere Menschen verabschieden.

„Es sind alles ältere Mitarbeiterinnen“, erklärt Udo Seltenhein. „Unsere jüngste Kollegin ist 50 Jahren alt, die älteste 80.“ Die junge Kollegin ist berufstätig. „Sie arbeitet als Verkäuferin in einer Bäckerei und hat sich immer am Dienstag freigenommen, um hier zu helfen.“ Die Gemeinde ist nicht sehr groß und die jüngeren Mitglieder sind alle berufstätig. „Es schmerzt, dass wir diese Arbeit nach elf Jahren aufgeben müssen“, sagte Udo Seltenhein. „Aber wir sind an unsere Grenzen gestoßen.“

Jährlich konnten hier rund 8000 Haushalte mit Lebensmitteln versorgt werden, die von den Großmärkten gespendet wurden. „Zu uns kamen viele mit einer kleinen Rente, Hartz IV-Empfänger und Menschen aus den Flüchtlingsheimen“, sagt Seltenhein. „Wir haben nun unsere Kundschaft auf andere Ausgabestellen verteilt." Jede ist für bestimmte Wohngebiete zuständig, die nach den Postleitzahlen aufgeteilt werden. Einige Kunden können in Lichtenrade oder Marienfelde betreut werden. Andere müssen in die Gropiusstadt fahren.

Für die Ehrenamtlichen begann die Arbeit jeden Dienstag schon früh um 8 Uhr. Zu ihnen gehörte auch die 80-jährige Anneliese Beck. „Ich bin seit dem ersten Tag mit dabei“, sagte sie. Ihr fällt der Abschied sichtlich schwer. „Ich helfe gern, vor allem helfe ich gern Kindern und älteren, kranken Menschen.“ Für Anneliese Beck war es jeden Dienstag ein Achtstundentag. Und trotzdem: „Ich hätte gern noch weiter gemacht.“

Die Adventgemeinde dankt den Großmärkten, den Sponsoren der Fahrzeuge und vor allem den Helfern, die elf Jahre lang Woche für Woche mit anpackten.

Autor:

Klaus Teßmann aus Prenzlauer Berg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
Foto: pexels/Giulia Freitas
5 Bilder

Mode oder mehr?
Piercing. Von alten Ritualen bis zu moderner Kunst

Ist das Modeakzent oder kulturelles Erbe? Auf jeden Fall ist Piercing die beliebteste und gefragteste Körpermodifikation der Welt, die sowohl persönliche Vorlieben und Modetrends als auch tiefe kulturelle Traditionen widerspiegelt. Was ein modisches Piercing heute ist und wie es sich im Laufe der Zeit verändert hat, erfahren wir zusammen mit VEAN TATTOO in diesem Artikel. Eine der beliebtesten Arten von Piercings ist das Ohrlochstechen. Ein Klassiker aller Zeiten, ist das wirklich so und woher...

  • Mitte
  • 17.04.24
  • 233× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Wenn auch Sie mehr über Ihre Schulterbeschwerden erfahren möchten und sich über mögliche Behandlungsansätze informieren möchten, kommen Sie zum Informationsabend am 23. Mai. | Foto: B. BOISSONNET / BSIP

Wir informieren Sie
Schmerzen in der Schulter – Ursachen und Behandlungen

Schmerzen in der Schulter können vielfältige Ursachen haben – sei es durch Unfälle oder Verschleißerscheinungen. Diese Ursachen können die Beweglichkeit beeinträchtigen und die Lebensqualität stark einschränken. Unsere Experten, Dr. med. Louise Thieme und Robert Tischner, Teamchefärzte des Caritas Schulter- und Sportorthopädiezentrums, werden bei unserem Informationsabend speziell auf die Problematik von Schulterbeschwerden eingehen – vom Riss der Rotatorenmanschette bis zur Arthrose. Sie...

  • Pankow
  • 18.04.24
  • 196× gelesen
Gesundheit und Medizin
Wenn Hüfte oder Knie schmerzen, kann eine Arthrose die Ursache sein.

Infos für Patienten
Spezialthema: Arthrose in Hüft- und Kniegelenken

Sie leiden unter Schmerzen im Knie- und Hüftgelenk? Diese Beschwerden können verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise Unfälle, Verschleißerscheinungen, angeborene oder erworbene Fehlstellungen. Die Auswirkungen beeinflussen nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Lebensqualität entscheidend. An diesem Infoabend möchten wir speziell auf die Arthrose in Knie- und Hüftgelenken eingehen. Die Behandlung von Arthrose erfolgt individuell aufgrund der vielfältigen Ursachen und...

  • Pankow
  • 19.04.24
  • 107× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Langanhaltende Schmerzen können ein Anzeichen für Gallensteine sein.  | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Wann ist eine OP sinnvoll?
Infos zu Gallensteinen und Hernien

Leiden Sie unter belastenden Gallensteinen oder Hernien (Eingeweidebruch) Langanhaltende Schmerzen begleiten viele Betroffene, unabhängig des Lebensalters, bevor sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können jedoch häufig Komplikationen vermeiden. Wir sind auf die Behandlung dieser Probleme spezialisiert und bieten Ihnen erstklassige allgemein- und viszeralchirurgische Expertise. Von Diagnostik bis Nachsorge: Wir kümmern uns individuell um Ihre...

  • Reinickendorf
  • 17.04.24
  • 229× gelesen
Jobs und KarriereAnzeige
Foto: VEAN TATTOO
4 Bilder

Tattoo-Kurse
Ausbildung für Topberuf des letzten Jahrzehnts

Eine Frage, die immer aktuell ist, auch wenn man schon vor langer Zeit erwachsen ist. Sehr oft entscheiden wir uns aufgrund des sozialen Drucks für einen Beruf. Wie oft haben Sie sich gefragt, was aus Ihnen geworden wäre, wenn Sie auf sich selbst gehört hätten? VEAN TATTOO hat diese wichtige Frage vor zwölf Jahren ehrlich für sich selbst beantwortet und reicht daher ohne Zweifel allen, die über ihren ersten oder neuen Beruf nachdenken, eine helfende Hand. Es liegt an Ihnen, zu entscheiden,...

  • Mitte
  • 25.03.24
  • 1.562× gelesen
  • 1
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.