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Läden in der Hildburghauser Straße 29 stehen leer

Die Gewerberäume in der Hildburghauser Straße stehen teilweise seit Jahren leer. Ob sich das in diesem Jahr ändert, ist aktuell ungewiss.
Die Gewerberäume in der Hildburghauser Straße stehen teilweise seit Jahren leer. Ob sich das in diesem Jahr ändert, ist aktuell ungewiss. (Foto: Philipp Hartmann)

Nur noch vereinzelte Werbetafeln und Aufkleber deuten darauf hin, dass in der Ladenzeile mal Betrieb herrschte. Heute stehen die Gewerberäume des Nahversorgungszentrums Hildburghauser Straße 29 leer.

An manchen Stellen ziehen sich Risse durch die Fensterscheiben. Es ist kein schönes Bild, das die Bewohner des Hochhauses gleich daneben jeden Tag zu sehen bekommen.

Ein älterer Herr, der dort seit zehn Jahren lebt, hat den Verfall in den vergangenen Jahren beobachtet. „Einer der Läden steht bereits seit fünf Jahren leer, andere seit zwei Jahren. Das Fitnessstudio und der Friseursalon haben dann im vergangenen Jahr als letzte dichtgemacht“, berichtet der Mann. Auch eine Bäckerei habe es mal gegeben, doch seit Langem sind die Räumlichkeiten nun schon ungenutzt.

Es ist ein Zustand, der vor allem Die Linke ärgert. Deren Mitglied im Abgeordnetenhaus, Harald Gindra, und die Bezirksverordnete Dr. Christine Scherzinger wollen die Situation nicht länger hinnehmen. In einer Mitteilung vom 19. Dezember stellten sie die provokante Frage: „Agiert die Deutsche Wohnen in Marienfelde gewerbefeindlich?“ Darin warfen sie der für diesen Standort zuständigen Wohnungsgesellschaft vor, sich nicht genügend um einen Fortschritt zu kümmern und Mietinteressenten abzuweisen.

„Die Gewerbetreibenden und Die Linke sehen Potenzial, das Gebiet zu einem attraktiven Zentrum für Marienfelde zu entwickeln. Insbesondere in der Großsiedlung gibt es Bedarf für einen Drogeriemarkt“, hieß es darin. Eben dieser wurde von der Deutsche Wohnen bereits zugesagt, doch laut der Linksfraktion sei die Wohnungsgesellschaft seit Monaten nicht in der Lage, die nötigen Unterlagen für den entsprechenden Bauantrag zu vervollständigen.

Auf Nachfrage der Berliner Woche beim Bezirksamt bestätigte sich der Vorwurf. Demnach wurden erste Unterlagen der Deutsche Wohnen bereits Anfang September im Stadtentwicklungsamt eingereicht, wiesen jedoch eine erhebliche Mängelliste auf. Kurz vor Weihnachten wurden laut Bezirksamt dann überarbeitete Pläne vorgelegt, jedoch ebenfalls nicht in vollem Umfang. „Weiterhin fehlen noch die bautechnischen Nachweise (Prüfbericht Brandschutz und Statik). Insbesondere der Prüfbericht Brandschutz muss vor Erteilung der Baugenehmigung vorliegen“, heißt es in der Antwort. Die neue Übergabefrist laufe demnach am 3. Februar ab.

Marko Rosteck, Pressesprecher der Deutsche Wohnen, gibt sich nichtsdestotrotz zuversichtlich. „Wir sind daran interessiert, dass dieses Gewerbegebiet wieder neues Leben bekommt und haben kein Interesse an einem Leerstand. Wir haben auch auf Einnahmen verzichtet, indem wir Interessenten abgelehnt haben, weil ein Drogeriemarkt den Großteil der bestehenden Räumlichkeiten benötigen würde.“ Um die weitere Planung kümmere sich ein beauftragtes Architekturbüro. In der Kommunikation habe es demnach lediglich ein Missverständnis gegeben. „Wir werden unseren Beitrag leisten, dass der Bauantrag so schnell wie möglich genehmigt wird. Wann dies der Fall sein wird, kann man aktuell noch nicht seriös sagen“, erklärt Rosteck. Das Ziel sei jedoch, dass der angekündigte Drogeriemarkt noch im Laufe dieses Jahres einziehen kann.

Die Gewerberäume in der Hildburghauser Straße stehen teilweise seit Jahren leer. Ob sich das in diesem Jahr ändert, ist aktuell ungewiss.
Einige der Scheiben sind kaputt. Für einen neuen Drogeriemarkt müsste einiges an Geld investiert werden.
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