Bläserklassen der Gustav-Heinemann-Schule geben Konzerte

Lena Schottstädt singt gern, Giulio Panzera hat die Trompete lieben gelernt. Und Musiklehrer Jewgeni Ginzburg gibt im Hintergrund Tipps am Klavier.
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Mittwochs um 17.30 Uhr sind die Gänge der Gustav-Heinemann-Oberschule wie ausgestorben. Die meisten der 1250 Schüler sind längst zu Hause – und trotzdem wird es plötzlich laut. Im Proberaum üben die Bläserklassen für ihre Konzerte.

Bläserklassen sind Teil des musikbetonten Konzepts der Schule. Pro Jahrgang wird eine Klasse aus 32 Schülern besetzt, um ein komplettes Orchester abbilden zu können. Von der siebten bis zur zehnten Klasse erlernt jeder Schüler ein Instrument. Im Klassenverbund bilden sie ein eigenständiges, sinfonisches Blasorchester. Darunter sind unter anderem fünf Querflöten, eine Klarinette, ein Euphonium, vier Saxofone, vier Trompeten, vier Posaunen, drei Waldhörner, zwei Tuben und drei Schlagzeuge. Durch regelmäßige Auftritte, zum Beispiel zu Weihnachten, beim Sommerfest und beim kommenden Bläserklassen-Festival am 16. und 17. März, bekommen sie die Chance, sich vor Publikum zu beweisen.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Nach der Anmeldung erfolgt lediglich ein kurzer Musiktest und ein Aufnahmegespräch. „Ich fand damals das Schlagzeug cool und war im ersten Moment traurig, dass mir die Trompete zugeteilt wurde. Im Nachhinein war das aber eine gute Entscheidung“, sagt Giulio Panzera (20), der nie zuvor ein Instrument gespielt hatte. Als Schüler der 13. Klasse hat er die Bläserklasse bereits hinter sich. Für Absolventen gibt es an der Schule jedoch eine „Big-Soul-Band“ und die „Maryfield-Concert-Band“, in der Giulio weiterhin als Trompeter dabei ist.

Lena Schottstädt lernte Tuba. Inzwischen besucht sie die zwölfte Klasse und ist Sängerin in der Big-Soul-Band. Durch die Musik habe sich ihre Persönlichkeit verändert. „Ich bin dadurch viel selbstbewusster geworden. Am Anfang war ich total nervös. Schon vor zwei Leuten aufzutreten, waren zwei zu viel“, erzählt die 18-Jährige. „Es macht total viel Spaß, gemeinsam zu spielen. Gut, dass es sowas in unserer Schule gibt“, so Giulio.

30 bis 50 Stücke haben die jungen Musiker in ihrem Repertoire. Dazu zählen beispielsweise Titel, die Filmkennern aus „Forrest Gump“, „Titanic“ oder „Die Schöne und das Biest“ bekannt sind. „Manchmal bringe ich Stücke mit, die die Schüler noch nicht kennen, zum Beispiel aus dem Jazz. Aber sie kommen auch oft zu mir und machen eigene Vorschläge. Dann spielen wir auch mal etwas von Guns n‘ Roses oder Robbie Williams“, berichtet Musiklehrer Jewgeni Ginzburg (34), der selbst immer wieder erstaunt ist, wie schnell die Schüler lernen. „Ich habe mir mit 16, 17 Jahren nicht mal vorstellen können, auf diesem Niveau zu spielen.“

Mit den Bläserklassen und den beiden Bands verfolgt die Gustav-Heinemann-Schule klare Ziele. Sie sollen die Gemeinschaft durch musikalische Erfolge stärken und ein nachhaltiges Interesse der Schüler an Musik wecken. Bei Giulio Panzera hat das funktioniert. Er möchte sich nach dem Abitur an der Universität der Künste bewerben und Musik auf Lehramt studieren. „Das ist ein Traum von mir“, sagt er.

Am 16. und 17. März um jeweils 19 Uhr lädt die Gustav-Heinemann-Oberschule zu ihrem Bläserklassen-Festival ein. Dort präsentieren sich die Big Band der 10. Klasse und die zweite Bläserklasse für Erwachsene, die vor zweieinhalb Jahren aufgrund großer Nachfrage gegründet wurde. Gespielt wird im Gemeinschaftshaus Lichtenrade, Lichtenrader Damm 212. Karten kosten zwei Euro, erhältlich im Sekretariat der Schule, Waldsassener Straße 62, <span class="docTextPhone"></span>902 77 41 32.

Lena Schottstädt singt gern, Giulio Panzera hat die Trompete lieben gelernt. Und Musiklehrer Jewgeni Ginzburg gibt im Hintergrund Tipps am Klavier.
Im Probenraum werden jeden Mittwoch neue und alte Stücke eingeübt.
Autor:

Philipp Hartmann aus Tempelhof

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