Warum betriebsnahe Kinderbetreuung wichtig ist
Familienministerin Giffey besucht die Kita Blohmstraße

Franziska Giffey hatte sichtlich Spaß beim Besuch in der Kita Blohmstraße. Die Kinder nahmen die Ministerin gleich mal in ihre Mitte. Im Hintergrund: Bürgermeisterin Angelika Schöttler.
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  • Franziska Giffey hatte sichtlich Spaß beim Besuch in der Kita Blohmstraße. Die Kinder nahmen die Ministerin gleich mal in ihre Mitte. Im Hintergrund: Bürgermeisterin Angelika Schöttler.
  • Foto: Philipp Hartmann
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Die Kita in der Blohmstraße 61 liegt unmittelbar an der Landesgrenze zu Brandenburg und ist etwas Besonderes. Vor zehn Jahren wurde sie vom Unternehmensnetzwerk Motzener Straße gegründet, damit Beschäftigte ihre Kinder in der Nähe ihrer Arbeitsstelle unterbringen können. Als Jubiläumsgast kam am 23. Oktober Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zu Besuch.

„Hallo, ich bin die Franziska“, stellte sich die Ministerin den Kindern beim Betreten ihres Gruppenraums vor. Als Geschenk hatte sie eine Box mit Stiften und Kreide dabei. Die Kinder wirkten ein wenig aufgeregt wegen der vielen Menschen im Schlepptau der Politikerin. Franziska Giffey, selbst Mutter eines Sohnes, zeigte sich jedoch sehr umgänglich und meisterte die Situation, indem sie zu den Kleinen sofort das Gespräch suchte, scherzte und lachte. Beim gemeinsamen Foto animierte sie die Jungs und Mädchen, in die Kamera zu strahlen, womit sie den Fotografen gleich noch eine Aufgabe abnahm.

Beim Rundgang durch das Haus erklärte Giffey: „Ich bin beeindruckt, was die Unternehmen im Netzwerk Motzener Straße zusammen mit dem Kitabetreiber auf die Beine gestellt haben. Auf Initiative des Netzwerks und seiner Unternehmen sind zusätzliche Kitaplätze entstanden, die nicht nur für Kinder von Firmenmitarbeitern zur Verfügung stehen. Dieses Beispiel darf durchaus Nachahmer finden.“

Partnerschaft mit Unternehmen

Von den 78 Kitaplätzen werden aktuell etwa zehn Prozent durch Kinder aus den Unternehmen belegt. Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) ist froh, „dass wir das damals durchgesetzt haben, ansonsten wäre hier wahrscheinlich weiter Leerstand gewesen.“ Das Spezielle an der Kita sei, die Unternehmen im Hintergrund zu wissen, die für die Kinder auch den einen oder anderen Ausflug organisieren.

Rainer Jahn ist derjenige, der ursprünglich die Idee zu einer eigenen Kita hatte. Der damalige Geschäftsführer von „Klosterfrau“ wollte für die vielen Mitarbeiterinnen in seinem Unternehmen ein Angebot schaffen, bei laufendem Schichtbetrieb die Kinder ganz in der Nähe unterbringen zu können. Zunächst musste er feststellen, dass sich dieses Vorhaben für ein einzelnes mittelständisches Unternehmen nicht realisieren ließ. Nach der Gründung des Unternehmensnetzwerks Motzener Straße im Jahr 2005 nahm das Projekt jedoch Fahrt auf.

Seit vor fünf Jahren mit dem Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum in der ufaFabrik ein neuer und zuverlässiger Träger gefunden wurde, ist die Kita in der Blohmstraße ein Erfolgsmodell. Mit ihr haben die 60 Unternehmen des Netzwerks bei Bewerbungsgesprächen mit potenziellen Arbeitnehmern einen womöglich entscheidenden Überzeugungsfaktor auf ihrer Seite.

Kitas für Fachkräfte

„Überall in der Wirtschaft reden wir über Fachkräftemangel und haben zunehmend einen Trend in Deutschland, dass Unternehmen immer mehr sehen: Wenn wir gute Rahmenbedingungen schaffen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, dann haben wir einen Standortvorteil und dann kommen die Leute zu uns. Das ist etwas, was wir als Familienministerium auch fördern. Wir wollen, dass Unternehmen den Erfolgsfaktor Familie sehen“, erklärte Franziska Giffey gegenüber der Berliner Woche.

Mit ihrem Ministerium arbeitet sie bereits daran, das ausgelaufene Bundesprogramm zur Förderung betriebsnaher Kitas im kommenden Jahr wieder neu aufzulegen.

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