Illegaler Zigarettenhandel blüht: Der Schwarzmarkt floriert in Marzahn-Hellersdorf

Wie in der Marzahner Promenade gehen illegale Zigarettenhändler fast überall im Bezirk fast ungestört ihren Geschäften nach. | Foto: hari
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Marzahn-Hellersdorf. In keinem anderen Berliner Bezirk werden so viele geschmuggelte Zigaretten gekauft und geraucht wie in Marzahn-Hellersdorf. Die Polizei ist gegen den illegalen Zigarettenhandel machtlos.

Seit Wochen machen riesige Plakate in der ganzen Stadt mit provozierenden Zitaten auf das Problem der illegal verkauften Zigaretten aufmerksam. „Natürlich rauche ich Rattenkot“ ist einer der frechen Sprüche. Hinter der Kampagne stehen die Tabakhändler von den Lotto-Verkaufsstellen und der internationale Zigarettenriese Philipp Morris.

Laut einer Antwort aus der Senatsverwaltung für Inneres auf eine Anfrage der CDU im Abgeordnetenhaus wurden in Berlin im vergangenen Jahr 1115 Fälle von illegalem Zigarettenhandel in die Polizeistatistik aufgenommen. Weit mehr als ein Drittel, 392 Fälle, wurden in Marzahn-Hellersdorf registriert. Danach folgten die Bezirke Pankow (240) und Lichtenberg (209).

Der Schwerpunkt liegt somit eindeutig in den östlichen Bezirken. Angesichts geringerer Einkommen und fast im Jahrestakt steigender Zigarettenpreise wird das relativ geringe Risiko in Kauf genommen, von der Polizei zusammen mit den Zigarettenhändlern erwischt zu werden. Bei den Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf kommt hinzu, dass hier vergleichsweise viele Vietnamesen wohnen und der illegale Zigarettenhandel in Berlin fest in vietnamesischer Hand liegt.

Geschätzt entgeht dem deutschen Fiskus etwa zwei Millionen Euro Tabaksteuer allein durch eine Lkw-Ladung geschmuggelter Zigaretten. Nach der EU-Osterweiterung und dem Wegfall von Grenzkontrollen wird es für die Zollfahnder zunehmend schwieriger, Schmuggler zu fassen. Die eingeschmuggelten oder in fragwürdigen Manufakturen illegal hergestellten Zigaretten werden fast an jeder Ecke im Bezirk verkauft. Es gibt kaum einen Bahnhof, eine Einkaufpassage oder Lebensmitteldiscounter, wo keine Zigarettenhändler mit ihrer Ware bereitstehen.

Nach Angaben der Berliner Polizei wurden 2014 insgesamt 427 Strafverfahren eingeleitet. Von 52 Käufern versuchte der deutsche Fiskus das ihm entgangene Geld einschließlich einer Buße zurückzuholen. hari

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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