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Wahlkampf ohne Aufregung

Marzahn-Hellersdorf. Der Bundestagswahlkampf 2017 befindet sich auf der Zielgeraden. Doch von einer politischen Auseinandersetzung war in den vergangenen Wochen im Bezirk kaum etwas zu spüren.

In Marzahn-Hellerdorf will Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau die Vormacht der Linken im Bezirk verteidigen und ihr gutes Wahlergebnis von 2013 bestätigen. Damals holte sie 38,9 Prozent der Erststimmen vor Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Die Landesvorsitzende der Berliner CDU möchte ihr damaliges Ergebnis von 25,7 Prozent zumindest halten, wenn nicht gar verbessern.

Die SPD und ihr Spitzenkandidat Dmitri Geidel müssen bei dieser Wahl zittern, wenigstens Platz drei zu erreichen. AfD-Spitzenkandidatin Jeanette Auricht darf sich gute Chancen ausrechnen. Die AfD wurde bei der Berliner Wahl im vergangenen Jahr auf Anhieb mit 23,6 Prozent der Stimmen zweitstärkste politische Kraft in Marzahn-Hellersdorf.

Im Verhältnis hierzu verlief der Wahlkampf bisher wesentlich unaufgeregter als vielfach erwartet. Im Schatten der Bundesthemen spielten konkrete Sorgen im Bezirk kaum eine Rolle. „Wir haben bisher einen engagierten, aber fairen Wahlkampf geliefert“, erklärt Mario Czaja, Kreisvorsitzender der CDU-Wuhletal, auf Nachfrage. Und Norbert Seichter, Vorsitzender des Bezirksverbandes der Linken sagt: „Der Wahlkampf war bisher intensiv.“

Dennoch gab es nur wenige gemeinsame Auftritte oder Podiumsdiskussionen der Direktkandidaten. Eine regelrechte Materialschlacht lieferten sich die Parteien dagegen im Straßenbild. Rund 200 Großplakate zierten viel frequentierte Plätze und Straßen. Rund 30 000 kleinere Plakate mit der Werbung für die Parteien und ihre Direktkandidaten waren im Bezirk verteilt.

Eine größere Zahl von Wählern machte schon vor dem Wahltag ihr Kreuzchen und nutzte die Briefwahl. Das entspricht einem Berliner Trend. Mehr als jeder fünfte Berliner entschied sich dafür. Im Bezirk war es etwa jeder Sechste. Die Zahl der Briefwähler stieg hier im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 von 21 000 auf 33 000.

Die Linke will am Wahlabend in ihrem Kreisbüro, Henny-Porten-Straße 10, feiern. Die CDU will unter sich feiern und gibt dem Ort nicht öffentlich bekannt. Die SPD hatte sich bis Redaktionsschluss noch nicht für einen Ort entschieden und die AfD beantwortete eine Anfrage der Berliner Woche hierzu nicht. hari

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