Die Großfunkstelle Nauen lädt zum Tag des offenen Denkmals

Der Muthesiusbau bildet den Hauptkomplex des ehemaligen Funkamtes Nauen.
  • Der Muthesiusbau bildet den Hauptkomplex des ehemaligen Funkamtes Nauen.
  • Foto: Wolfgang Johl
  • hochgeladen von Michael Vogt

Für Technikbegeisterte ist dieser Ausflug ein absolutes Muss: Am 14. September 2014 öffnet das einstige Funkamt Nauen von 10 bis 16 Uhr seine Pforten.

An diesem Tag des offenen Denkmals können Besucher die älteste noch bestehende Sendeanlage der Welt auch von innen in Augenschein nehmen. Schon seit über 100 Jahren wird dort Funkbetrieb abgewickelt, die vier mächtigen bis zu 80 Meter hohen Drehstandantennen erreichen heute auch das kleinste Kurzwellenradio in fast jedem Winkel der Welt.

Alles begann am 19. August 1906, als auf Initiative des Telefunken-Ingenieurs Richard Hirsch die "Großfunkstelle für drahtlose Telegraphie" in Betrieb ging. Anfangs war technisches Improvisationstalent gefragt: Da zunächst ein Stromanschluss fehlte, mussten Heizer den Kessel einer Dampfmaschine befüllen. Der daran angeschlossene Wechselstromgenerator erzeugte den nötigen Strom. Doch alsbald schritt die Entwicklung rasant voran. Hatten die per Knallfunken erzeugten Morsesignale zu Beginn kaum die Reichweite der durch sie erzeugten Schallwellen, konnte bereits 1911 die 5000 Kilometer entfernte Kolonie Togo auf drahtlosem Wege erreicht werden. Und zwei Jahre später war es der Telefunken-Direktor und spätere Staatssekretär im Reichspostministerium Hans von Bredow, der von Nauen aus den transatlantischen Funkverkehr nach Amerika organisierte. Dies und vieles mehr erfahren die Besucher am Tag des offenen Denkmals im Muthesiusbau, dem unter Denkmalsschutz stehenden Hauptgebäude mit seinem riesigen Sendesaal. Hier gibt es viele verschiedene technische Ausstellungsstücke aus der Geschichte des Rundfunks zu sehen, unter anderem alte Senderöhren von gewaltigem Ausmaß. Zudem wird Matthias Quolke, der Leiter der Sendestelle, interessante Einblicke in die Geschichte der Anlage und den jetzigen Betrieb geben. Der wird übrigens seit 2008 von der Media Broadcast GmbH weitergeführt, dem größten deutschen Dienstleister für Bild- und Tonübertragungen.

Die Sendeanlage ist mit dem Pkw über die B 5 und B 273 Richtung Nauen zu erreichen. Von dort geht es weiter auf der B 273 in Richtung Oranienburg. Nach rund vier Kilometern in die Graf-Arco-Straße abbiegen und dem Schild "Media Broadcast" folgen. Mit dem RE 2 oder der RB 14 kommt man per Eisenbahn in rund 15 Minuten von Spandau nach Nauen. Allerdings steht dann noch entlang der B 273 ein 3,2 Kilometer langer Weg bevor, den man zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen muss.

Kontakt: Funkamt Nauen, Graf-Arco-Straße 154, 14641 Nauen, Nauener Heimatfreunden 03321 74 75 87, www.funkstadt-nauen.de. Der Eintritt am Tag des offenen Denkmals ist frei, Spenden werden erbeten.
Michael Vogt / mv
Autor:

Michael Vogt aus Prenzlauer Berg

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