Carsharing: Zukunftsmobilität auf Kundensuche

Ein Carsharing-Auto wartet am S-Bahnhof Borgsdorf auf seine Nutzer.
  • Ein Carsharing-Auto wartet am S-Bahnhof Borgsdorf auf seine Nutzer.
  • Foto: Willi Loose/bcs
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Klar: Berufspendler brauchen ein eigenes Auto. Aber wer in der Großstadt lebt und nur ab und zu mal einen Wagen benötigt, fährt mit Carsharing eventuell günstiger.

Viele Autofahrer in Deutschland haben inzwischen ihr eigenes Auto abgeschafft und nutzen die verschiedenen Angebote von Carsharing. "Vor allem die stationsbasierten Carsharing-Angebote sind sehr beliebt. Sie verzeichnen seit Jahren ein hohes regelmäßiges Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Ihre Umweltentlastung steht außer Frage", erklärt Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverband CarSharing (bcs) in Berlin.Er rechnet damit, dass es deutschlandweit ungefähr 1,5 Millionen potenzielle Carsharer gibt - zurzeit sind es rund 453 000. Im internationalen Vergleich steht Deutschland sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis der Carsharing-Nutzer zur Gesamtbevölkerung auf Platz zwei. Die wachsende Beliebtheit begründet sich laut bcs auf den starken Ausbau der Angebote der frei im Straßenraum verfügbaren Angebote ("free floating"). Diese Angebote von Autoherstellern werden aktuell von 183 000 eingeschriebenen Kunden genutzt.

Das Autoteilen mit anderen funktioniert grundsätzlich sehr einfach, per Internet-Anmeldung und Chipkarte. Damit lassen sich Autos an zentralen Stellplätzen öffnen und fahren, bei vielen Carsharern gibt es neben normalen Pkw auch Transporter und Kleinlaster für Umzüge oder Möbelhaus-Besuche. Größter Anbieter ist mit Flinkster die Deutsche Bahn (DB Carsharing). Daneben gibt es vor allem regionale Anbieter, mittlerweile hat jede deutsche Stadt mit mehr als 200 000 Einwohnern mindestens ein Carsharing-Angebot.

Ein Auto im Tausch für einen Stellplatz: Das ist das Prinzip des neuen Carsharing-Anbieters CiteeCar. Der verleiht seine Autos direkt an Parkplatzbesitzer und Anwohner. Die sogenannten Hosts kümmern sich um die Pflege des Wagens. Im Gegenzug können sie das Fahrzeug innerhalb eines bestimmten Zeitbudgets im Monat ohne Leihgebühr mitbenutzen, erklärt das Unternehmen. Bezahlt werden müssen nur die gefahrenen Kilometer, und zwar mit je 20 Cent. Das Angebot gilt auch für Anwohner, die einen öffentlich geparkten Leihwagen in der Nachbarschaft betreuen wollen. Andere Mitglieder der Community zahlen ein Euro pro Stunde bei einer Mindestmietzeit von zwei Stunden. Hinzukommen wieder 20 Cent pro Kilometer inklusive Sprit. Außerdem wird für gewöhnliche Mitglieder noch eine monatliche Gebühr von fünf Euro fällig. Eine Anmeldegebühr gibt es nicht. Die Mitgliedschaft ist jederzeit kündbar. Bisher ist CiteeCar nur in Berlin vertreten, weitere Städte sollen im Laufe des Jahres folgen.

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, ordnet Carsharing verkehrspolitisch wie folgt ein: "Carsharing hat sich mittlerweile als vierte umweltfreundliche Verkehrsform etabliert, neben Bus und Bahn, Zu-Fuß-Gehen und Fahrradfahren. Es lässt sich leicht mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren, ermöglicht Mobilität ohne eigenes Auto und spart wertvolle Flächen in Städten ein." Ein aktuelles Förderprogramm des BMU leistet Kommunen hierbei bereits finanzielle Unterstützung, lobt Flasbarth. "Da sich Carsharing vor allem in dicht besiedelten Stadtquartieren anbietet, brauchen wir hier ausreichend Stellplätze im öffentlichen Straßenraum. Hierfür ist eine bundesgesetzliche Regelung erforderlich."

dpa-Magazin / mag
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Ratgeber-Redaktion aus Mitte

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