Wut an den Wänden
Reinbeckhallen zeigen Ausstellung mit politischen Plakaten

Einfache Gestaltung, eine klare Aussage...
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Die Reinbeckhallen, Ausstellungsstätte am Spreeufer, sind immer für eine Überraschung gut. Nach Fotografie und Mode aus der DDR sind nun bemerkenswerte politische Plakate zu sehen.

„Die Ausstellung lädt nicht zum respektvollen Staunen ein, sie soll wirken. Die Plakate sind keine kostbaren Objekte, sie sollen sich verteilen, je weiter, je mehr, je besser“, schreiben die Kuratoren im Beiblatt.

Der Schau haben sie den Titel „Wut an den Wänden“ gegeben. Man könnte meinen, auch die Künstler haben mit ihren Plakaten die eigene Wut an die Wand gebracht. Wut über den Klimawandel, Wut über rechte Tendenzen in der Gesellschaft, Wut über Ignoranz und konservative Politik im Nachbarland Polen.

Auffallend viele Plakate sind dem Thema AfD gewidmet, nehmen Logos und Farbe der rechten Partei aufs Korn. Zum Beispiel eines mit einem Streichholz, welches eine Flamme entzündet. Den Rest muss sich der Betrachter dann denken. Oder ein Plakat von Peer Hempel mit der Aufschrift „Brauner Star“. Das ist hier eine vermeintliche Augenkrankheit, der AfD-Politiker Höcke verschwimmt im Dunst. Ein anderes Plakat verkürzt die Wendeaussage von 1989 „Wir sind ein Volk“ zu „Wir sind voll“ und nimmt damit das von rechten Kreisen zelebrierte Nein zur Flüchtlingspolitik aufs Korn. Mehrere Plakate verwenden Fotos des Diktators Adolf Hitler, um vor rechter Gefahr zu warnen.

Die 69 Plakate in den Reinbeckhallen sind ein Ausschnitt des Wettbewerbs „Mut zur Wut“, bei dem jedes Jahr rund 2500 Einsendungen von Künstlern aus über 50 Ländern eingehen. Die Themen stellt der Veranstalter, ein Kunstverein aus Heidelberg, frei. Eingereicht werden sollen Werke, die einen kritischen, sozialen, politischen oder persönlichen Inhalt haben, heißt es in der Ausschreibung. Jedes Jahr werden die 30 besten Plakate an Litfaßsäulen in deutsche Städten präsentiert. Insofern geht die Berliner Ausstellung über diesen Rahmen hinaus.

Die Ausstellung in den Reinbeckhallen, Reinbeckstraße 17, ist noch bis zum 15. März zu sehen. Geöffnet ist Donnerstag und Freitag von 16 bis 20 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag von 11 bis 20 Uhr, Donnerstag ab 18 Uhr bei freiem Eintritt. Sonst kostet die Besichtigung fünf, ermäßigt drei Euro.

Infos: www.mutzurwut.com oder www.reinbeckhallen.de

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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