Renate Künast lobte gemeinsames Gärtnern
Umzäunte Integration

Einrichtungsleiter Stefan Ehrhardt und Renate Künast sehen sich mit Kindern aus der Unterkunft die Pflanzen in den Hochbeeten an.
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Der Interkulturelle Nachbarschaftsgarten in der Gemeinschaftsunterkunft Bernauer Straße 138a stand am 29. August im Terminkalender der grünen Bundestagsabgeordneten Renate Künast.

Seit Mai gärtnern die rund 190 Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft des Internationalen Bundes zusammen mit Nachbarn auf dem Hof der Gemeinschaftsunterkunft. Eine Spende der Deutschen Postcode Lotterie von 17.000 Euro hatte es ermöglicht. Dazu gehört auch ein internes Projekt für die Kinder in der Unterkunft, die nicht nur ganz praktisch gärtnern, sondern sich auch über Garten, Natur und Umwelt informieren.

Renate Künast machte gleich den Test. Dass die schon leicht erröteten Tomaten als solche zu erkennen sind – geschenkt. Aber auch die Minze erschnuppert sie mit den Kindern. Die finden in den kleinen Hochbeeten direkt an der Bernauer Straße ohnehin Vielfalt. Neben den Tomaten schaut vorsichtig eine Aubergine hervor.

Das professionelle Gärtnern ist an dem Ort kein Zufall. Der Internationale Bund bildet auch Gärtner aus, und die entsprechenden Mitarbeiter helfen gern.

Behörden bestehen auf Zäune

Renate Künast ist eigentlich auf einer Besichtigungstour durch ökologische Projekte in Deutschland. Doch an der Bernauer Straße geht es schnell um das Miteinander der Menschen. Das Gelände der Gemeinschaftsunterkunft ist nach wie vor eingezäunt. Aber natürlich ist die Einrichtung kein Gefängnis. Jeder Bewohner kann gehen und kommen, wann er will. Doch die Behörden bestehen aus Sicherheitsgründen darauf bei jeder Unterkunft für Flüchtlinge – zu groß ist immer noch die Gefahr von Übergriffen auf Geflüchtete.

Bewohner und Mitarbeiter haben das Beste daraus gemacht. Nicht nur einige der Hochbeete stehen direkt hinter dem Zaun an der Straße, auch einige Gemälde der Kinder und Jugendlichen, beidseitig gestaltet, lassen den Zaun nicht nur optisch durchlässig wie eine Pflanzenmembran erscheinen. Sie machen auch neugierig auf den Bereich hinter dem Zaun.

Der Besuch endet nach einer Führung durch das Haus. Einrichtungsleiter Stefan Ehrhardt und der Vorsitzende der Grünen-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung, Klaus-Hinrich Westerkamp, der sich auch im Willkommensbündnis „Wir für Reinickendorf“ engagiert, verweisen auf die unverkleideten Pressholzwände, die bei der Einweihung sogar heftige Kritiker der Flüchtlingshilfe verstummen ließen: „So luxuriös ist das gar nicht hier.“

Immerhin funktioniert das Miteinander. Wenn es darum geht, welcher Raum noch zu besichtigen sei, stimmt sich Ehrhardt gerne mit einem Mädchen ab, dem er die Schlüssel dafür anvertraut. Dafür gibt es für beide reichlich Lohn: Großes Vertrauen zueinander.

Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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