Bis zuletzt in Würde leben
Am Orchideenweg entsteht ein neuartiges Hospiz

Schlicht, funktional, aber freundlich und hell: So soll das neue Haus  aussehen.
  • Schlicht, funktional, aber freundlich und hell: So soll das neue Haus  aussehen.
  • Foto: Foto: Ricam
  • hochgeladen von Susanne Schilp

Die Ricam-Hospiz-Stiftung baut das erste Berliner Tageshospiz am Orchideenweg 77. Am 1. November wurde feierlich der Grundstein gelegt. Ende kommenden Jahres soll das Haus eröffnet werden.

Neben acht Einzelzimmern für unheilbar kranke Menschen, die hier dauerhaft leben, gibt es zwölf Plätze für Erwachsene, die nur tagsüber hier sind und abends in ihre eigenen vier Wände zurückkehren. Aber auch vier Übernachtungsbetten stehen für sie zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an Schwerkranke, für die Hausbesuche nicht ausreichen, die aber auch keine vollstationäre Versorgung brauchen. Sie können nach Bedarf in die Einrichtung kommen. So ist es für sie möglich, am Leben teilzuhaben, sich mit anderen auszutauschen, gemeinsam zu essen und hier ihre Ärzte und Therapeuten zu treffen.

Die Ricam-Sitftung ist sich sicher, dass die Nachfrage nach den Tagesplätzen hoch sein wird. Das legen auch Umfrageergebnisse nahe: Jeder Zweite in Deutschland stirbt im Krankenhaus, obwohl sich drei Viertel der Menschen wünschen, bis zuletzt zu Hause bleiben zu können. Schirmherrin des Projekts, das deutschlandweit einzigartig ist, ist Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). „Sterben in Würde heißt für mich in erster Linie gut aufgehoben, sicher versorgt, nicht allein, sondern liebevoll betreut zu sein“, sagt sie.

Mit Bankdarlehen und Spenden

Das 2000 Quadratmeter große Gelände für den Neubau hat die Stiftung von der evangelischen Dreieinigkeitskirchengemeinde Buckow in Erbpacht erworben, die hier früher ihr Gemeindezentrum hatte. Finanziert wird das Ganze mit einem Bankdarlehen und mit Spenden. Knapp 200 000 Euro sind bisher zusammengekommen. Weitere Mittel sind für die Inneneinrichtung und Außenanlagen notwendig.

Das weiß auch das Bezirksamt. Deshalb hat es beschlossen, Geld aus zwei aufgelösten Stiftungen beizusteuern. Auf der Berliner Hospizgala „Ball unter Sternen“ am 3. November übergab Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) den zukünftigen Betreibern des Hauses einen Scheck über 54 000 Euro. „Das Tageshospiz hilft, das eigene Zuhause bis zuletzt als Lebensmittelpunkt zu bewahren. Es ist damit nicht nur für die kranken Menschen, sondern auch für ihre Angehörigen eine Stütze in schwerer Zeit“, sagte er.

Mehr Informationen gibt es auf www.ricam-hospiz.de.

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