Geflüchtete ziehen in den Birkenhof: Arbeiterwohlfahrt betreibt das Heim

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Mitte betreibt noch ab diesem Jahr das ehemalige Seniorenwohnheim Birkenhof an der Spandauer Straße 22 als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge.

Noch bis Jahresende werden rund 200 Geflüchtete, davon rund 50 Kinder und Jugendliche, aus der Notunterkunft Paulsternstraße nach Staaken ziehen. Dies teilten Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und der Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Mitte, Manfred Nowak, auf einer Informationsveranstaltung für Anwohner in der Zuversichtskirche mit. Die als Eventhalle geplante Immobilie an der Paulsternstraße könnte nach Informationen des Spandauer Volkblatts langfristig als Unterkunft für Obdachlose genutzt werden. In den kommenden drei Jahren werden in der Gemeinschaftsunterkunft an der Spandauer Straße mit ihren beiden Häusern rund 380 Menschen leben. Auf diese Frist ist der aktuelle Vertrag angelegt.

Vorrangig werden die neuen Anwohner der Spandauer Straße auch aus anderen Spandauer Notunterkünften wie der Mertensstraße kommen. Mit dem Wechsel erhalten sie eine bessere Privatsphäre. Für Kinder und Jugendliche sind laut Kleebank schon die Schulplätze vorhanden. 16 Mitarbeiter sieht die Awo für die Unterkunft vor. Mit Beginn des Betriebes soll es einen Tag der offenen Tür geben, die Mitarbeiter sind für eventuelle Probleme mit Nachbarn laut Nowak schnell erreichbar.

Nimmt Kriminalität tatsächlich zu?

In der Diskussion äußerten Anwohner Sorge vor Kriminalität. So seien junge Menschen beim Beobachten von Häusern gesehen worden, in die dann später eingebrochen wurde. Es gebe in der Umgebung vermehrt Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit, Drogenhandel und bettelnde Kinder. Eine andere Anwohnerin widersprach hier einem Zusammenhang mit Flüchtlingen. So seien Alkohol trinkende Menschen oft junge Arbeiter aus osteuropäischen Ländern, die in einer privaten Unterkunft an der Spandauer Straße wohnten. Auch Kleebank widersprach dem Zusammenhang von steigender Kriminalität und Flüchtlingen. Das ließe sich jedenfalls nicht aus den Polizeistatistiken für die Umgebung von Flüchtlingsheimen ablesen. Und außerdem: „Nicht jeder, der sich ein Haus ansieht, ist gleich ein Krimineller. Ich tue das auch manchmal.“

Kleebank sprach auch über die generelle Situation in Spandau. So gebe es aktuell rund 5400 Plätze für Flüchtlinge, die mit 3500 Menschen belegt seien. Langfristig rechnet der Bürgermeister mit 3000 bis 3500 Plätzen, die Spandau vorhalten wird. Die Notwenigkeit, auch angesichts zurückgegangener Zahlen Plätze für Flüchtlinge bereitzuhalten, machte Sascha Langebach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsfragen, deutlich: „Es kommen immer noch pro Monat 650 bis 700 Menschen.“

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