Institut für Musikforschung stellt interaktive Karte zum Berliner Konzertleben online

Per Touchscreen in die Vergangenheit: Das Institut für Musikforschung hat rund 250 historische Orte auf einem digitalen Stadtplan Berlins verzeichnet.
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Tiergarten. Für Liebhaber des Berliner Konzertlebens wird dieser virtuelle Rundgang ein Genuss sein. Das Staatliche Institut für Musikforschung (SIM) in der Tiergartenstraße hat eine interaktive Karte mit vielen Anwendungsmöglichkeiten ins Netz gestellt.

Auf www.topographie.simpk.de sind rund 250 historische Orte verzeichnet: Konzertsäle, Ausbildungsstätten, Ministerien, Musikinstrumentenbauer, Musikverlage, ebenso Wohnorte von Interpreten und Komponisten. Jedem geografischen Punkt, der auf der Karte auftaucht, sind Informationen zugeordnet, etwa Adressen oder der Zeitpunkt oder Zeitraum des Bestehens einer Institution. Historische Aufnahmen und Konzertprogramme illustrieren das lebendige Konzertleben in Berlin zwischen 1880 und 1945. Dank weiterer Links kann der Musikliebhaber manchen Aspekt noch tiefer erforschen.

„Das Topographie-Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation eines noch lückenhaft aufgearbeiteten Forschungsbereiches“, so SIM-Sprecherin Katrin Herzog. Die Bedienung der Karte lade aber auch zum Stöbern und Entdecken ein.

Grundlage des neuen Internetangebots sind Daten, die im Rahmen des SIM-Projekts „Archiv des Konzertlebens“ erhoben wurden. Von Juli 2013 bis Oktober 2014 wurden eher vergängliche Dokumente wie Konzertprogramme und -kritiken sowie einschlägige Tonaufzeichnungen erfasst. Das Musikforschungsinstitut besitzt rund 12.000 Konzert-, Opern-, Theater- und Revueprogramme – überwiegend aus Berlin und aus der Zeit von 1770 bis 1990. Digital erfasst sind auch die rund 1900 Hefte des von Gotthard Schierse 1920 gegründeten „Führers durch die Konzertsäle Berlins“.

Finanziert wurde das Projekt aus der Schatulle der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sowie aus dem Nachlass der Eheleute Ursula und Ernst Friedhelm Suchalla. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, würdigte das Projekt: „Die interaktive Karte zum Berliner Konzertleben lässt digital das Klangleben der bedeutendsten Musikmetropole der Welt vom Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts wiedererstehen. Das ist eine wunderbare Möglichkeit für jeden Musikliebhaber, diese Kulturstadt neu zu entdecken.“ KEN

Per Touchscreen in die Vergangenheit: Das Institut für Musikforschung hat rund 250 historische Orte auf einem digitalen Stadtplan Berlins verzeichnet.
Per Touchscreen in die Vergangenheit: Das Institut für Musikforschung hat rund 250 musikalische Orte auf einem digitalen Stadtplan Berlins verzeichnet.
Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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