Abfallsortierung in der Unterwelt
Das Ver- und Entsorgungszentrum VEZ unter dem Potsdamer Platz

Begleitet von dem Alba-Vorstandsvorsitzenden Eric Schweitzer (links) und dem Leiter vor Ort, Mario Schulze, besichtigt Bundesumweltministerin Svenja Schulze das Ver- und Entsorgungszentrum VEZ.
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  • Begleitet von dem Alba-Vorstandsvorsitzenden Eric Schweitzer (links) und dem Leiter vor Ort, Mario Schulze, besichtigt Bundesumweltministerin Svenja Schulze das Ver- und Entsorgungszentrum VEZ.
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  • hochgeladen von Simone Gogol-Grützner

Für eingeladene Gäste wie Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) geht es an unscheinbarer Stelle an der Rudolf-von-Gneist-Gasse mit dem Aufzug drei Stock in die Tiefe – zu einem modernen Logistikzentrum.

Unbemerkt von den 10 000 Beschäftigten und täglich 100 000 Touristen liegt 15 Meter unter dem Potsdamer Platz das vom Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Alba betriebene, gut 5000 Quadratmeter große Ver- und Entsorgungszentrum (VEZ). Nach fünfjähriger Bauzeit wurde es 1998 eröffnet. „Wie ein Spinnennetz“, so VEZ-Leiter Mario Schulze, breiten sich die fünf Kilometer langen Versorgungswege aus.

Montags bis sonnabends wickeln zehn Alba-Mitarbeiter im Zwei-Schicht-System die gesamte Warenanlieferung und Abfallentsorgung des Stadtquartiers mit 34 Restaurants und Cafés, zwei Kinos, zwei Theatern und rund 100 Einzelhandelsgeschäften ab. „Eine IT-gestützte Selbstwiegetechnik ordnet jedem Nutzer automatisch seine Abfallmengen zu. Jeder Mieter zahlt nur für den Abfall, der er auch verursacht hat“, erläutert Alba-Sprecherin Susanne Jagenburg. Am teuersten ist der Restmüll, der an die Berliner Stadtreinigung geht. So üben sich die VEZ-Nutzer in der Mülltrennung.

Täglich erreichen bis zu 180 Lieferanten-Lkw über die erste Ausfahrt im Tiergarten-Tunnel das VEZ ein. Jeden Tag fallen mehr als acht Tonnen Abfall an. Im Jahr sind das rund 2600 Tonnen. Die Alba-Mitarbeiter sammeln und sortieren unterirdisch 22 Abfallarten, angefangen von Glas, Papier und Pappe, über leichtes Verpackungsmaterial und Holz bis zu Speiseresten. Danach wird der wiederverwertbare Abfall zu den Recyclinganlagen von Alba abtransportiert. Die Recyclingquote liegt bei 50 Prozent.

Lebensmittel, Papier und Wasser werden wiederverwertet. Eine Speisereste-Dehydrieranlage reduziert drei Tonnen Speiseabfälle auf eine einzige Tonne Flocken. Zuvor hat ein Mitarbeiter „Falsches“ per Hand heraussortiert. Zwei Mühlen zermahlen die Speisereste zu einem Brei. Die Flocken gehen zur Energiegewinnung in eine Biogasanlage. Das Wasser wird in der Anlage geklärt, gesäubert und wieder zu Trinkwasser.

„Unser Ver- und Entsorgungszentrum ist ein Vorzeigebeispiel für modernes Abfallmanagement und damit schon heute eine ideale Blaupause für die Planung der Smart Cities von morgen“, erklärt Alba-Vorstandsvorsitzender Eric Schweitzer. Alba entwickele die Technologie und die Digitalisierung der Prozesse stetig weiter. So könne ein möglichst wirksamer und ressourcenschonender Kreislauf der Wertstoffe gewährleistet werden.

Bundesumweltministerin Schulze zeigte sich nach der Führung beeindruckt von der Anlage: „Das VEZ zeigt, wie die Stadt der Zukunft funktionieren kann, umweltfreundlich, effizient, entlastend für die Menschen und den Verkehr in der City.“ Für ganz Deutschland wolle sie die Recyclingquote von derzeit 34 Prozent auf weit über 60 Prozent anheben.

Informationen rund um die Themen Rohstoffe und Recycling finden sich unter www.recyclingnews.de.

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