Georg Kolbe Museum ist um zwei Kunstwerke reicher

Die Direktorin des Georg Kolbe Museums Julia Wallner (li.) und Kolbes Enkelin Maria von Tiesenhausen vor dem Gemälde "Grunewaldkiefern".
  • Die Direktorin des Georg Kolbe Museums Julia Wallner (li.) und Kolbes Enkelin Maria von Tiesenhausen vor dem Gemälde "Grunewaldkiefern".
  • Foto: Georg Kolbe Museum
  • hochgeladen von Matthias Vogel

Das Georg Kolbe Museum hat zwei weitere wertvolle Kunstwerke erhalten: ein Gemälde von Max Beckmann und eine Skulptur des französischen Bildhauers Aristide Maillol. Die Schöpfungen stammen aus dem Nachlass Kolbes, jetzt übergab sie seine Enkelin Maria von Tiesenhausen an das Museum in der Sensburger Allee.

Das Gemälde mit dem Titel „Grunewaldkiefern“ aus dem Jahre 1905 erhielt Georg Kolbe, der erfolgreichste deutsche Bildhauer während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, im Tausch mit Beckmann gegen eine Skulptur von ihm. "Schon bemerkenswert", sagte Museumsleiterin Julia Wallner bei der Übergabe am 28. April. "Beckmann war ein früher Wegbegleiter Georg Kolbes. Beide kamen ursprünglich aus Sachsen nach Berlin und arbeiteten 1904 und 1905 im gleichen Atelierhaus in Schöneberg in der Eisenacher Straße 103, später engagierten sie sich gemeinsam im Vorstand der Berliner Secession. Sie haben sich beide sehr intensiv mit der Berliner Landschaft auseinandergesetzt." Das Gemälde tendiere ins Abstrakte, auf der anderen Seite seien die Borken der Kiefern, wie sie im Grunewald stehen, durchaus zu erkennen.

Die kleine Skulptur „Kämpfende Frauen (Lutteuses)“, um 1900 von dem fanzösischen Künstler Aristide Maillol kreiert, hatte es Kolbe so angetan, dass er das Bildnis der miteinander ringenden Frauen 1907 im Berliner Kunstsalon Cassirer kaufte. Das energische Motiv erfreute sich seinerzeit so großer Popularität wie das Thema generell und regte den Berliner Bildhauer zu ähnlichen Kompositionen an. "Eine Modeerscheinung", sagt Wallner. Maillol sei für die Bildhauergeneration um Georg Kolbe eine wichtige Inspirationsquelle gewesen.

Zur Übergabe war Maria von Tiesenhausen, ehemalige Leiterin des Museums, anwesend. Nicht selbstverständlich, lebt sie doch seit Jahren im kanadischen Vancouver. Dort wurde auch die Übergabe vereinbart, Wallner hatte Kolbes Enkelin besucht.

Damit kehren die Kunstwerke, die einst zur privaten Sammlung des Bildhauers gehörten, nach vielen Jahrzehnten aus Kanada in die Sensburger Allee zurück. Georg Kolbe hatte zu Lebzeiten eine kleine, aber beachtliche Sammlung von Kunstwerken zusammengetragen, darunter zahlreiche Werke seines Freundes Karl Schmidt-Rottluff, sowie von Ernst Ludwig Kirchner, Auguste Rodin, Max Liebermann, Auguste Renoir und Wilhelm Lehmbruck. Mit den meisten dieser Künstler stand er in regem Austausch. André Schmitz, Vorstand der Georg Kolbe Stiftung, sagte bei der Übergabe: "Wir sind stolz und glücklich, jetzt auch diese beiden herausragenden Werke wieder in unsere Sammlung aufnehmen zu dürfen."

Wallner sagte, es sei extrem selten, solche Schätze noch zu bekommen. "Denn eigentlich haben wir nach unserem Wissen alles von Kolbe oder was mit ihm in Verbindung steht." An der Echtheit der beiden Preziosen bestehe laut Wallner aufgrund der verlässlichen Provenience kein Zweifel. "Im Falle des Bildes hat zudem die Enkelin von Beckmann, ihres Zeichens eine Expertin für die Werke ihres Opas, die Echtheit bestätigt."

Die beiden Kunstwerke können in der bis 17. Juni laufenden Ausstellung „Die erste Generation. Bildhauerinnen der Berliner Moderne“ im Georg Kolbe Museum, Sensburger Allee 25, besichtigt werden. Öffnungszeiten: täglich 10-18 Uhr. Mehr Informationen gibt es auf www.georg-kolbe-museum.de.

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