Vernissage in der Villa Donnersmarck
Wanderausstellung zum Alltag mit Querschnittslähmung

Kirsten Bruhn machte immer wieder schlechte Erfahrungen mit barrierefreien Toiletten.
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  • Kirsten Bruhn machte immer wieder schlechte Erfahrungen mit barrierefreien Toiletten.
  • Foto: Arne Schöning/para-normal-lifestyle
  • hochgeladen von Ulrike Martin

Wie bewältigen Menschen im Rollstuhl ihren Alltag? Wie ist es tatsächlich mit der Barrierefreiheit bestellt? Eine Wanderausstellung in der Villa Donnersmarck gibt darauf Antworten.

Die Initiatoren der Ausstellung „Menschen mit Querschnittslähmung – Lebenswege und Lebenswelten“ Jessica Lilli Köpcke von der Medical School Berlin und Arne Schöning, der selbst im Rollstuhl sitzt, haben vor rund zwei Jahren das Sozialforschungsprojekt „para-normal-lifestyle“ ins Leben gerufen. Dafür haben sie Erzählungen und Fotos von Menschen mit Querschnittslähmung gesammelt. Zum Vorschein kam viel Spannendes, Skurriles, Ernstes und Nachdenkliches – aber ohne Pathos, sondern so, wie es sich tatsächlich anfühlt und lebt.

Insgesamt 23 Frauen und Männer haben beim Projekt mitgemacht. Sie berichteten aus ihrem Arbeits- und Familienleben, der Bedeutung von Sport und der öffentlichen Wahrnehmung ihrer Beeinträchtigung. Zusammengefasst wurden die Berichte und Fotos in einem im Mai 2018 erschienenen Buch, auf dem die Wanderausstellung basiert.

Eine der Erzählungen stammt von Kirsten Bruhn, eine der bekanntesten und erfolgreichsten Aktiven im deutschen Behindertensport. Als Weltklasse-Schwimmerin ist sie viel gereist und hat viel gesehen. Aber egal ob bei Europameisterschaften oder den Paralympischen Spielen, ein Phänomen hat sie immer wieder erlebt: Es gibt keinen großen Unterschied zwischen einer Abstellkammer und einer barrierefreien Toilette. Auf einem Foto ist diese Tatsache eindrucksvoll dokumentiert.

Ein weiterer Experte in eigener Sache ist Hip-Hopper Dennis Sonne, der als Sittin‘ Bull seine Botschaften in Songtexte verpackt und und auf Bühnen in ganz Deutschland präsentiert. Für das Buch hat er seinen Werdegang als Musiker aufgeschrieben. Unter den weiteren Autoren sind Steven Dylla, der als „Vaterfigur“ mit Baby im Rollstuhl zu sehen ist, Carolin Fischer, Christoph Pisarz Jens Sauerbier und andere.

Die Fotos aus dem Buch wandern als großformatige Drucke durch die Republik. Getreu dem inklusiven Konzept ist die Ausstellung barrierefrei konzipiert. Sie wird mit einer Audio-Beschreibung ergänzt und ist somit auch für Menschen mit einer Sehbehinderung zugänglich.

Die Vernissage in der Villa Donnersmarck, Schädestraße 9-13, beginnt am Sonnabend, 2. Februar, um 15 Uhr mit einer Lesung mit Arne Schöning. Anschließend haben die Besucher in einer Fragerunde Gelegenheit zu Gesprächen. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist bis zum 22. März zu sehen, montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr.

Mehr Informationen zum Projekt, zu Ausstellungsorten, Lesungen und Schulungen gibt es auf www.menschen-mit-querschnittslähmung.de.

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