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Mit Sorgen ins neue Jahr: Mieter leiden unter Folgen des Hochhausbrandes

Trotz Absperrung wurde in dem Hochhaus Cecilienstraße nach dem Brand in Wohnungen eingebrochen. Foto: hari
Trotz Absperrung wurde in dem Hochhaus Cecilienstraße nach dem Brand in Wohnungen eingebrochen. Foto: hari (Foto: hari)

Die Bewohner des gesperrten Hochhauses an der Cecilienstraße leiden noch immer massiv unter den Folgen des Brandes. Es gibt Hilfe aus dem Bezirk, aber neue Wohnungen sind kaum in Sicht.

Die meisten der Mieter des Hauses Cecilienstraße 182 werden Weihnachten und den Jahreswechsel in Wohnungen von Freunden oder Verwandten verbracht haben.

Ihre aktuell wichtigste Frage dürfte sein: Wie kommen wir zu einer neuen Wohnung? Das Hochhaus ist weiter gesperrt, die Umstände des Brandes sind noch nicht bis aufs Letzte geklärt und die Mieter fühlen sich zu wenig unterstützt. Besonders die mangelnde Unterstützung durch den Vermieter, die Berlin-Brandenburgische Wohnungsgenossenschaft (BBWG), wird immer wieder ihnen beklagt.

Bei dem Brand am 2. Dezember erlitten 22 Mieter Rauchvergiftungen. Die rund 50 Mieter kamen meist bei Freunden und Verwandten unter, einige wurden auf andere Weise notdürftig untergebracht. Um wichtige persönliche Sachen zu holen, durften die Mieter inzwischen ihre Wohnungen kurzzeitig betreten. Bei der Gelegenheit ereilte sie der nächste Schreck. „Bei fast allen waren die Schränke durchwühlt, bei mir auch“, sagt Mieter Dietmar Grube.

Diebstähle nach Wohnungsräumungen

Laut Auskunft der Pressestelle der Polizei an die Berliner Woche gingen bis Weihnachten zwei Anzeigen aus dem Hochhaus und eine Anzeige aus dem Nachbarhaus, Cecilienstraße 180, ein. Auch dort hatte die Feuerwehr Wohnungstüren geöffnet. „Die Sicherung der Wohnungen obliegt dem Vermieter“, erklärt eine Polizeisprecherin.

Die BBWG riet ihren Mietern in einem Schreiben, sich wegen der beim Brand beschädigten Gegenstände an ihre Versicherungen zu wenden. Rechtlich gesehen muss die BBWG für neuen Wohnraum sorgen. Anfragen der Berliner Woche beantwortete die Wohnungsgenossenschaft nicht.

Die BBWG scheint von der Situation überfordert. Diese Einschätzung teilt auch der Abgeordnete Christian Gräff (CDU). Er hat gemeinsam mit seinem Parteifreund, dem Bezirksverordneten Alexander J. Herrmann, eine private Spendenaktion ins Leben gerufen. Beide versuchen, ähnlich wie das Bezirksamt, im Kontakt mit anderen Vermietern im Bezirk auch neue Wohnungen im Bezirk zu besorgen.

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