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Mete-Eksi-Preis 2016 geht an die Scharmützelsee-Grundschule

Wo: Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin auf Karte anzeigen
Die glücklichen Preisträger mit ihrer Laudatorin Mengü Özhan-Erhardt.
Die glücklichen Preisträger mit ihrer Laudatorin Mengü Özhan-Erhardt. (Foto: KEN)

Schöneberg. Die Scharmützelsee-Grundschule ist Preisträgerin des Mete-Eksi-Preises 2016.

Die Theater-AG der Schule in der Hohenstaufenstraße wurde für ihr Stück „Verkehrte Flucht – Hayas Zeitreise nach Hause“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert.

Die Theater-AG der vierten, fünften und sechsten Klasse habe die Jury mit ihrem „tollen Stück“ nachhaltig beeindruckt, sagte Laudatorin Mengü Özhan-Erhardt, Schulleiterin der Johanna-Eck-Schule in Tempelhof.

Zwei Themen haben die Kinder erarbeitet. Zum einen sind sie der Frage nachgegangen, wie eine Flucht vonstatten geht und welche Gefühle dabei im Spiel sind; zum anderen interessierten sie sich für das Thema Zeitreise.

„Es wird die Fluchtgeschichte einer Familie erzählt. Aber auch eine Zeitreise in die Vergangenheit eingebaut“, erläuterte Mengü Özhan-Erhardt bei der Preisverleihung im Festsaal des Rathauses Charlottenburg.

Für das Stück über Flucht und Heimat, Mobbing und Freundschaft, unveränderbarer Vergangenheit und gestaltbarer Zukunft haben Schauspieler und Regisseur Benjamin Stoll, der seit 2011 die Theater-AG an der Schule leitet, und die inzwischen pensionierte Lehrerin Angela Fusban mit 25 Mädchen und Jungen aus 16 Nationen die realistischen Bilder einer Flucht nachgezeichnet. Die Erlebnisse zweier Mitschülerinnen aus Syrien und Libyen, die selbst in vergangenen Jahren nach Deutschland kamen, waren dafür ausschlaggebend. „Sie erlebten sich dabei selbst als Expertinnen“, so Laudatorin Özhan-Erhardt.

Mada Al-Zoabi, die mit ihrer Familie vor drei Jahren aus Syrien geflohen ist, weil ihr Vater politisch verfolgt wurde, übernahm die Hauptrolle der Haya. „Dabei war es uns wichtig, dass Haya eine fiktive Person bleibt und nicht alles der Geschichte von Mada entsprach“, sagen Stoll und Fusban. Es ging darum, Mada die Möglichkeit zu geben, wirklich nur eine Rolle zu spielen. „Dennoch füllte sie diese Rolle mit viel Herzblut, Leidenschaft und großer Überzeugungskraft“, so die Theaterleute der Schule.

Die AG würde ihr Stück gern in ein Hörspiel umsetzen, war zu vernehmen, damit noch mehr Schulklassen von ihrer Arbeit profitieren können.

Für den diesjährigen Mete-Eksi-Preis gab es zwölf Bewerbungen. Die Jury entschied sich für zwei gleichwertige erste Preise. Die Schöneberger Grundschule teilt sich die Auszeichnung mit dem Charlottenburg-Wilmersdorfer Verein „Yaylas Wiese“.

Mit dem Preis werden Kinder, Jugendliche oder Jugendinitiativen gewürdigt, die sich um die Verständigung zwischen Deutschen und Ausländern bemühen. Er ist nach dem jungen Deutschen türkischer Herkunft benannt, der 1991 bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung unter Jugendlichen am Adenauerplatz zu Tode kam. Die alljährliche Auszeichnung wird seit 1992 von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin und dem Türkischen Elternverein ausgelobt. Dem Kuratorium gehören die ehemalige Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John, die Projektleiterin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Sanem Kleff, der Journalist Halil Can, der Autor Eberhard Seidel und das Mitglied des GEW-Hauptvorstands, Norbert Hocke, an. Das Rathaus Charlottenburg ist traditionell Ort für die Verleihung des Mete-Eksi-Preises. KEN

Weitere Informationen gibt es unter www.mete-eksi-preis.de.
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