BVG gestaltet den U-Bahnhof am Friedrich-Wilhelm-Platz um

Friedenau. Freundlich und hell soll sich der 1971 in Betrieb genommene U-Bahnhof am Friedrich-Wilhelm-Platz nach den Umbauarbeiten präsentieren.

Die BVG stellte kürzlich bei einem Kiezgespräch von Bürgerinitiative „Friedrich-Wilhelm-Platz“ und Stadtteilzeitung Schöneberg in der evangelischen Kirche Zum Guten Hirten ihr Projekt vor. Nach hartnäckigen Forderungen der Bürgerinitiative baut die BVG auf dem grünen Mittelstreifen der Bundesallee einen Aufzug hinunter zum Bahnsteig. Der Weg dorthin wird mit Fußgängerüberwegen und einer Ampelanlage gesichert. Spekulationen über eine mögliche Schließung des Südeingangs wies BVG-Bauchef Uwe Kutscher zurück. Alle Zugänge zum U-Bahnhof bleiben erhalten.

Anders sieht es bei Zugängen, Vorhalle und Bahnsteigen aus. Hier wird die BVG wie bei zehn weiteren U-Bahnhöfen in Berlin auch, in den noch weitestgehend original erhaltenen Zustand stark eingreifen. Nur die Kandelaber auf den Bahnsteigen bleiben als „prägende Elemente“ erhalten. Die Verkehrsbetriebe tauschen die schwarzen Fußböden gegen helle, rutschfeste Natursteinfliesen und die Wandfliesen gegen neue, graffiti-resistente weiße Fliesen aus. Die Stützen werden schwarz.

Das Vorgehen der BVG hatten Architekturwissenschaftler und Denkmalschützer scharf kritisiert. Bauwerke aus den 60er- und 70er-Jahren von herausragender gestalterischer Qualität würden unwiederbringlich verloren gehen. Uwe Kutscher zeigte sich bei der Veranstaltung in Friedenau von der Expertenschelte allerdings unbeeindruckt.

Die Planungen seien abgeschlossen. Das Bezirksamt war nicht einbezogen. Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) befürwortet zwar Modernisierungen von U-Bahnhöfen für mehr Barrierefreiheit und Sicherheit der Fahrgäste. „Diese Maßnahmen sollten jedoch behutsam und verträglich unter größtmöglicher Beibehaltung der gestalterischen Vielfalt, die die Bahnhöfe derzeit bieten, erfolgen“, sagt sie. Den offenen Brief der BVG-Kritiker hat Schöttler zum Anlass genommen, um deren Bedenken gegenüber den Verkehrsbetrieben zur Sprache zu bringen.KEN

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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