Kurioses Fundstück im Kino Union
Brieftasche aus den Achtzigern bei Renovierung entdeckt

Matthias Stütz kaufte 2008 das Kino Union. Im Alten Saal laufen derzeit die Renovierungsarbeiten. Dabei wurde die Brieftasche hinter der Wandbespannung entdeckt.
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  • Matthias Stütz kaufte 2008 das Kino Union. Im Alten Saal laufen derzeit die Renovierungsarbeiten. Dabei wurde die Brieftasche hinter der Wandbespannung entdeckt.
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Handys, Schlüssel und Regenschirme gehören zu den typischen Fundstücken eines Kinos. Oft werden sie schnell vermisst und wieder abgeholt. Im Kino Union in der Bölschestraße wurde nun aber eine Brieftasche gefunden, die seit Jahrzehnten unentdeckt hinter der Wandverkleidung schlummerte.

Geld war darin nicht mehr zu finden, was die Vermutung nahelegt, dass sich ein Taschendieb bei einem anderen Kinobesucher bereichert und das Portmonee anschließend dort entsorgt hat. Noch gut erhalten sind eine Mitgliedskarte der Konsumgenossenschaft, eine Eintrittskarte für den VEB Kulturpark im Wert von einer Mark, ein Bahnticket, ein Lohnstreifen, ein Schwarz-Weiß-Foto einer Frau sowie ein alter DDR-Ausweis. Ausgestellt wurde dieser am 3. Oktober 1983 in Eberswalde-Finow auf einen gewissen Axel H., der, sofern er noch lebt, heute 68 Jahre alt ist.

Auf Facebook hat das Kino Union über den Fund informiert. „Jetzt fahnden wir nach dem Eigentümer, um die Brieftasche zurückzugeben, 40 Jahre später. Wünscht uns Glück“, heißt es dort. Der Beitrag wurde seitdem rund 50 Mal geteilt. Bisher hat sich allerdings niemand gemeldet.

Alte Sessel wurden verkauft

Dass die Brieftasche überhaupt gefunden wurde, liegt an den bereits seit Monaten geplanten Renovierungsarbeiten, die im Kino seit Anfang November laufen. Geschäftsführer Matthias Stütz nutzt die Zeit des Teil-Lockdowns, um dem Alten Saal eine frischere Optik zu verpassen. Dabei wird die Wandverkleidung, hinter der das Portmonee gesteckt hat, erneuert. Außerdem werden sämtliche 164 Kinosessel ausgetauscht. Die alten wurden allesamt innerhalb weniger Tage zum Preis von 29,50 Euro an Privatpersonen verkauft, die sich ein Stück der Inneneinrichtung für Zuhause sichern wollten.

„Die Wandbespannung kommt aus den 60ern. Die Stühle habe ich vor 17 Jahren bereits gebraucht gekauft, und die haben tausende Partys mitgemacht“, unterstreicht er die Notwendigkeit. Der Raum, in dem die Garderobe und die Raucherlounge untergebracht waren, wird verkleinert, um Platz für zwei weitere Sitzreihen im Parkett zu schaffen. Hinzukommt die Renovierung des Rangs, der mit einem neuen Anstrich vergoldet werden soll. Zu guter Letzt leistet sich das Kino auch noch einen neuen Filmprojektor. Möglich machen diese Investitionen ein Kredit sowie Fördergelder der Filmförderungsanstalt, aus deren „Zukunftsprogramm Kino“ Matthias Stütz erfolgreich Mittel beantragt hat.

Open-Air-Kino hat den Sommer gerettet

Geplant war, pünktlich zu einem Konzert am 12. Dezember mit den Arbeiten fertigzuwerden. Dieser Termin wird wahrscheinlich nicht einzuhalten sein. Da der Chef jedoch selbst nicht damit rechnet, in diesem Jahr noch einmal öffnen zu dürfen, ist das kein Problem. Insgesamt ist das Kino Union bisher recht gut durch die Corona-Krise gekommen. „Unser Open-Air-Kino hat uns durch den Sommer gebracht“, berichtet Matthias Stütz. Die Friedrichshagener müssten sich daher keine Sorgen um die Zukunft ihres traditionsreichen Filmtheaters machen. Ein paar Einnahmen kommen auch durch den Außer-Haus-Verkauf von Popcorn, Nachos, Eis, Kaffee und Gutscheinen rein, der von freitags bis sonntags angeboten wird.

In den Genuss des renovierten Alten Saals werden die Besucher wohl erst 2021 kommen. Nach einem turbulenten Jahr 2020 hofft Matthias Stütz für das kommende Jahr auf ein „filmhungriges Publikum und gute Filme“.

Matthias Stütz kaufte 2008 das Kino Union. Im Alten Saal laufen derzeit die Renovierungsarbeiten. Dabei wurde die Brieftasche hinter der Wandbespannung entdeckt.
Die Brieftasche aus den 80er-Jahren enthält unter anderem einen DDR-Ausweis, ein Bahnticket, eine Eintrittskarte für den VEB Kulturpark und einen Lohnstreifen.
Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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