Jubel auch am späten Abend: Auf den Sportanlagen darf es jetzt länger laut sein

Der Sportplatz an der Körtestraße: Nicht nur hier gab es immer wieder Stress mit Ruhe bedürftigen Anwohnern. Die werden es mit ihren Beschwerden künftig schwerer haben.
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Friedrichshain-Kreuzberg. Anwohner, die der Betrieb auf einem Sportplatz nervt, haben künftig schlechtere Karten.

Am 26. Januar beschloss der Deutsche Bundestag, die bisherige Sportanagenlärmschutzverordnung, abgekürzt Salvo, zu ändern. Künftig gilt an Wochenenden und Feiertagen von 13 bis 15 Uhr sowie an Werktagen von 20 bis 22 Uhr der tagsüber festgeschriebene Grenzwert. Er wurde damit für die betreffenden Zeiten um fünf Dezibel angehoben.

Der Grenzwert orientiert sich an der vorhandenen Bebauung. Er beträgt in allgemeinen Wohngebieten innerhalb der Ruhezeiten 50, außerhalb davon 55 Dezibel. In Mischgebieten sind es 55 und 60 Dezibel. Nachts darf es nicht lauter als 40, beziehungsweise 45 Dezibel sein.

Damit bekommen die Sportvereine einen besseren Schutz vor Lärmbeschwerden. Solche Klagen hätten in der Vergangenheit dazu geführt, dass der Trainings- und Spielbetrieb deutlich eingeschränkt werden musste, erklärt die Friedrichshain-Kreuzberger Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe (SPD). Ihre Fraktion stimmte ebenso wie die CDU und damit die beiden Regierungsparteien auf Bundesebene der Neufassung zu. Absegnen muss sie jetzt auch noch der Bundesrat.

Die Oppositionsfraktionen Bündnis90/Grüne und Linke enthielten sich. Dort wurde unter anderem bemängelt, dass das im Bundesimmissionsgesetz verankerte Privileg von Kinderlärm nicht auf die Sportanlagen ausgeweitet worden sei. Denn während der Nachwuchs auf Spiel- oder Bolzplätzen ohne Obergrenze laut sein darf, gilt ein solches Limit, wenn auch jetzt höher, weiter für Sportstätten.

Christian Haberecht, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Friedrichshain-Kreuzberger Sportvereine, hält das ebenfalls für nicht besonders stimmig. Insgesamt bewertet er die veränderte Verordnung aber als Schritt in die richtige Richtung. Wobei es nach seiner Meinung abseits von mehr Dezibelsicherheit auch künftig um das gegenseitige Verständnis gehen sollte. "Der Sport muss auch in einem dicht besiedelten Bezirk wie Friedrichshain-Kreuzberg seinen Platz haben." Ein Großteil der Bevölkerung sehe das ebenso. Aber das schließe natürlich gegenseitige Rücksichtnahme ein. tf

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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