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Erste S-Bahnwache auf dem Bahnhof Gesundbrunnen eröffnet

Wo: Bahnhof Gesundbrunnen, Hanne-Sobek-Platz, 13355 Berlin auf Karte anzeigen
Doppelstreife mit Schäferhund Yoda: Auf dem Bahnhof Gesundbrunnen patrouillieren Bahn-Sicherheitsleute der ersten S-Bahnwache. Weitere sollen folgen.
Doppelstreife mit Schäferhund Yoda: Auf dem Bahnhof Gesundbrunnen patrouillieren Bahn-Sicherheitsleute der ersten S-Bahnwache. Weitere sollen folgen. (Foto: Dirk Jericho)

Auf dem Bahnhof Gesundbrunnen ist am 22. Januar die erste S-Bahnwache in Betrieb gegangen. Die Wachleute von der DB Sicherheit bestreifen 24 Stunden lang Bahnhof und Bahnsteige.

Am Abend vor dem Pressetermin mit Staatssekretären, Bahn-Managern und Bundespolizisten hat ein Räuber den Presseshop im Empfangsgebäude auf dem Hanne-Sobek-Platz ausgeraubt. Wenige Stunden später wurde die neue S-Bahnwache eröffnet.

Zweierteams sollen die Sicherheit auf dem Bahnhof und vor allem das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöhen. „Objektiv ist S-Bahn-Fahren bereits sehr sicher. Doch vor allem abends, nachts und am Wochenende soll die erweiterte Präsenz von Sicherheitskräften auch das subjektive Sicherheitsgefühl stärken“, sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner. Und auch Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) weiß, dass „sich viele Berliner nicht in die S-Bahn trauen“, wie er bei der Einweihung sagte. Die Präsenz von Personen sei wichtiger als nur Kameras.

Ab sofort sind immer zwei Sicherheitsmitarbeiter vor Ort, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sie sind entweder in der S-Bahnwache erreichbar, zu der der linke Teil des DB-Infocenters umfunktioniert wurde, oder mit Wachhund auf Patrouille. Die S-Bahnwache vor den Abgängen zu den Bahnsteigen ist von 6 bis 22.30 Uhr geöffnet. In der Nachtzeit sind die Wachleute unterwegs. Die Bahnsheriffs mit den Warnwesten sollen „zu jeder Zeit dafür sorgen, dass alle Fahrgäste immer mit gutem Gefühl unterwegs sind“, so Peter Buchner.

Insgesamt zwölf Mitarbeiter sollen im Dreischichtsystem auf dem Bahnhof Gesundbrunnen eingesetzt werden. Weitere Teams für die Kreuzungsbahnhöfe Westkreuz, Ostkreuz, Schöneberg und Friedrichstraße sind bereits eingestellt. Insgesamt werden die neuen S-Bahnwachen mit 60 Mitarbeitern bestückt. Die Teams sollen dabei auf ihren Stammbahnhöfen bleiben, weil sie so als Ansprechpartner mit der Zeit bekannt sind wie Kiezpolizisten. Die S-Bahnwache auf dem Bahnhof Friedrichstraße wird in das leerstehende Aufsichtsgebäude auf den S-Bahnsteigen 5/6 ziehen. Sie eröffnet, wie die anderen, in den kommenden Wochen.

Finanziert werden die neuen S-Bahnwachen von den Ländern Berlin und Brandenburg, die den öffentlichen Verkehr bestellt haben. Leute aus dem Berliner Umland profitieren von der erhöhten Sicherheit, weil es eine „hohe Einpendlerquote“ nach Berlin gibt, wie Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, zur Eröffnung sagte. Wie viel das neue Sicherheitskonzept kostet, konnten weder sie noch die Bahn-Chefs sagen.

Neben den neuen S-Bahnwachen werden auch die Streifen der DB-Sicherheitsleute in den S-Bahn-Zügen verdoppelt. Mehr Präsenz und schnellere Erreichbarkeit des Sicherheitspersonals ist das Ziel des erweiterten Sicherheitskonzepts der S-Bahn. Die Begleitfahrten der Teams von der Bahntochter DB Sicherheit sollen schwerpunktmäßig abends und nachts stattfinden. Bisher waren an einem Tag bis zu 250 Sicherheitskräfte im S-Bahn-Bereich unterwegs; jetzt sind es bis zu 340. Neben den bewährten Doppelstreifen in der City, auf der Ringbahn und auf den Außenstrecken sieht das neue Konzept Spezialteams vor, die sich gezielt um die Durchsetzung des Hausrechts kümmern und die Einhaltung von Regeln besonders im durchgehenden Nachtverkehr am Wochenende durchsetzen. Bis zu 20 speziell ausgebildete Hunde arbeiten künftig mit den Sicherheitsteams.

Insgesamt setzt die Deutsche Bahn im Raum Berlin für die Sicherheit und Ordnung auf Bahnhöfen und in Zügen mehr als 650 Sicherheitskräfte ein. Die Bahn-Security der 2006 gegründeten Firma DB Sicherheit hat keine hoheitlichen Befugnisse. Die Sicherheitsleute gehen im Rahmen des sogenannten Jedermannsrechts gegen Straftäter vor. Bei Bedarf fordern sie Unterstützung von Polizeibeamten an. Aktuell bildet die Deutsche Bahn in Berlin und Brandenburg 70 junge Menschen zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit aus. Zum 1. September stellt das Unternehmen weitere 30 Auszubildende ein.

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