"Der Schwimmer" ist weg

Von der Plastik "Der Schwimmer" blieb nur ein leerer Sockel.
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Bronze und Messing sind begehrt, vor allem leider bei Buntmetalldieben. Jetzt wurde eine 50 Jahre alte Plastik von einer Grünanlage an der Kiefholzstraße gestohlen.

Am 11. Mai hatte ein Anwohner das Verschwinden der Plastik "Der Schwimmer“ auf dem Polizeiabschnitt 66 angezeigt. Am 4. Mai war ihm aufgefallen, dass sie nicht auf ihrem Sockel stand. Seine Nachfrage beim Grünflächenamt, ob die Figur offiziell abgebaut wurde, wurde verneint. „Nun ermittelt die Kriminalpolizei. Für den Diebstahl des „Schwimmers“, der 1966 von der Bil dhauerin Gertrud Classen (1905-1974) geschaffen worden war, sind vermutlich osteuropäische Buntmetalldiebe verantwortlich. Weil der Ankauf von Bronze, Messing und Stahlschrott inzwischen in Deutschland reglementiert ist, wird die Beute ins Ausland geschafft, zerlegt und dort an dubiose Schrotthändler verhökert.

Der Diebstahl der Plastik ist leider im Bezirk kein Einzelfall. Zuletzt wurde im November 2014 die Plastik „Heinzelmännchen“ aus einer Grünanlage an der Bulgarischen Straße gestohlen, die Fahndung nach Kunstwerk und Tätern blieb ohne Erfolg. Seit Sommer 2014 fehlt vor der Schwimmhalle Baumschulenweg die Plastik „Junger Sportler“ von Fritz Ritter. Auch sie wurde vermutlich von Metalldieben entwendet. Bereits in der Wendezeit verschwand aus dem Rosengarten im Treptower Park die Skulptur „Sitzendes Mädchen“ von René Graetz. An die beiden zuletzt erwähnten Kunstwerke erinnern nur noch die leeren Sockel.

Insgesamt verzeichnet eine Onlinedatenbank rund 170 Kunstwerke, die sich im Besitz des Bezirks befinden. Ein Teil befindet sich in Gebäuden wie Schulen und sind dadurch gesichert, andere jedoch, wie die gestohlenen Werke, stehen in Grünanlagen. „Es wird Zeit, dass besonders wertvolle Kunstwerke besser gesichert werden. Immer wenn die Schrottpreise für Bronze und Messing steigen, schwärmen die Buntmetalldiebe wieder aus. Wir können nicht zulassen, dass noch mehr Kunstwerke gestohlen und letztendlich vernichtet werden“, sagt Stefan Förster, Vorsitzender des Bezirksdenkmalrats.

Ein Nachguss der verschwundenen Werke ist fast immer unmöglich. Es gab bereits Versuche, die „Heinzelmännchen“ in einer Gießerei in Schöneiche nachzufertigen. Da die Form beim Guss 1981 zerstört wurde, geht das aber nicht.

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