Bezirk gedenkt der Corona-Toten
Seit März 2020 starben in Treptow-Köpenick knapp 250 Menschen an Covid-19

Mit einer Gedenkkundgebung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz wurde am 10. Januar an die Corona-Toten aus Treptow-Köpenick erinnert. Seit dem Ausbruch der Pandemie sind 246 Menschen im Bezirk an dem Virus gestorben.

Für jeden Einzelnen wurde im Luisenhain vor dem Rathaus Köpenick eine Kerze aufgestellt. Mit dieser Aktion wollte das Bündnis dazu einladen, sich öffentlichkeitswirksam gegen die sogenannten Montagsspaziergänge zu positionieren. „Die Pandemie-Situation verlangt von uns allen sehr viel. Verunsicherung, Ängste und Zweifel sind nachvollziehbar und verständlich. Trotz mancher Fragen – die meisten Menschen halten sich an die Infektionsschutzmaßnahmen und verhalten sich solidarisch, um ältere und vorerkrankte Menschen zu schützen. Nur eine kleine Minderheit trägt schon seit Beginn der Pandemie Verschwörungserzählungen und Fake News auf die Straße“, sagte Lars Düsterhöft, Sprecher des Bündnisses und SPD-Abgeordneter.

In den vergangenen Wochen, so erklärte Düsterhöft weiter, hätten die Montagsspaziergänge auch in Treptow-Köpenick an Zulauf gewonnen. „Wir möchten mit unserer Kundgebung die große Mehrheit, die sich solidarisch verhält, sichtbar machen und zugleich an die Menschen erinnern, die während der Pandemie gestorben sind und die in vielen Familien und Freundeskreisen heute so sehr fehlen“, betonte er. Karin Kant, ebenfalls Sprecherin des Bündnisses für Demokratie, teilte mit, dass es wichtig sei, ein Zeichen gegen die „Corona-Spaziergänge“ zu setzen. Bei der Kundgebung wurden deshalb großformatige Plakate kostenfrei verteilt. Wer wollte, konnte diese mitnehmen, um sie möglichst gut sichtbar zum Beispiel am eigenen Balkon zu platzieren. Die Plakate können auch im Zentrum für Demokratie, Michael-Brückner-Straße 1A, abgeholt werden, Telefon 65 48 72 93.

„Wir müssen in die allgemeine Debatte über die Corona-Maßnahmen wieder diejenigen in den Mittelpunkt rücken, die betroffen sind: die Menschen, die an einer Corona-Infektion gestorben sind, und diejenigen, die lange an den Folgen leiden“, äußerte sich der Bürgermeister und zugleich Schirmherr des Bündnisses, Oliver Igel (SPD). Am selben Abend sollen nach Polizeiangaben allein in Köpenick rund 1000 Corona-Kritiker und Impfgegner gegen die Maßnahmen der Politik demonstriert haben.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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