Wirkungsgeschichte in 14 Kapiteln
Ausstellung "Original Bauhaus" eröffnete in der Berlinischen Galerie

Die Masken-Installation.
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  • Die Masken-Installation.
  • Foto: Dr. Stephan Consemüller
  • hochgeladen von Thomas Frey

Es ging um Produkte, die gleichzeitig einzigartig waren, aber auch als Massenware taugen sollten. Ein neuer Ansatz, basierend auf technischen Möglichkeiten, Ästhetik und Funktionalität. Das und noch mehr summiert sich unter dem Begriff "Bauhaus".

100 Jahre ist es her, dass diese Kunst-, Design- und Architekturschule in Weimar gegründet wurde. Über Dessau kam sie Ende 1932 noch für wenige Monate nach Berlin, ehe die Machtübernahme der Nationalsozialisten ihr Ende in Deutschland erzwang.

Ihr internationaler Ruf aber dauerte an. Von Tel Aviv über Buenos Aires bis Los Angeles finden sich heute viele markante vor allem Gebäudebeispiele im Bauhaus-Stil. Die ebenfalls fast ein Jahrhundert andauernde Bauhaus-Rezeption, Bauhaus-Reproduktion, Re-Edition und Remakes hätten wesentlich dazu beigetragen, dass das Bauhaus in ihrem Wirkungsbereich zur einflussreichsten Schule im 20. Jahrhundert geworden sei, resümieren die Macher der jetzt eröffneten großen Bauhaus-Ausstellung. Auf die Bezeichnung "Schule" wird dabei besonderer Wert gelegt.

Die Schau wurde unter dem Titel "Original Bauhaus" am 5. September in der Berlinischen Galerie eröffnet und ist bis 27. Januar 2020 zu sehen. Sie umfasst rund 1000 Bilder und Exponate, von denen einige aus verschiedenen Teilen der Welt zusammengetragen wurden. Der weitaus größte Teil stammt allerdings aus eigenen Beständen, auch vom Berliner Bauhaus-Archiv, das derzeit wegen Umbau geschlossen ist. Deshalb wird die Ausstellung in der Berlinischen Galerie gezeigt, die außerdem einige Beiträge aus eigenen Beständen beisteuern konnte.

Das alles ist gegliedert in 14 Kapitel, genannt Fallgeschichten, die für 14 Jahre Bauhaus stehen. Sie sind nicht chronologisch geordnet, sondern an Hand bestimmter Themen und Fragestellungen; etwa die Diskrepanz zwischen Unikat und industrieller Fertigung, Einflüsse, die auf das Bauhaus wirkten oder von ihm aufgenommen wurden, ebenso wie die nachfolgenden Bauhaus-Kopien. Weitere Themen sind Ablauf und Struktur der Bauhaus-Schule, die propagierte "Einheit in Vielfalt", ihre Möglichkeiten und Grenzen, die Geschichte hinter manchem Objekt. Wobei nicht alle Geheimnisse gelüftet werden konnten. Die "berühmteste Unbekannte" des Bauhauses bleibt weiter, trotz mancher Vermutungen, nicht endgültig identifiziert.

Die Frau sitzt, mit einer von Oskar Schlemmer gefertigten Bühnenmaske versehen, auf einem Stuhl, der, gestaltet von Marcel Breuer, in Form und verwendetem Material als typisches Bauhaus-Produkt anzusehen ist. Auch das Foto, aufgenommen von Erich Consemüller, gehört in diesen Kontext. Ebenso wie das Outfit der Dame im Stil der Moderne. Entstanden ist das Bild um das Jahr 1926. Es wurde seither zig-fach verwendet, zierte Publikationen und Plattencover. Aber die Maske ist bisher nicht gefallen. Was künftig auch für Nachahmungen gelten könnte. Denn Besucherinnen und Besucher können sich in der Ausstellung ebenfalls als "Frau mit Maske" fotografieren lassen.

Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128. Öffnungszeiten täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr. Eintritt: zwölf, ermäßigt neun Euro. Im Begleitprogramm gibt es unter anderem Workshops für Schulklassen und jeden Sonnabend und Sonntag Führungen. Weitere Informationen unter www.berlinischegalerie.de.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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