Trauerbegleitung des Elisabeth-Krankenhaus hilft Menschen, mit ihrem Verlust umzugehen

Ein neues Labyrinth im Park des Elisabeth-Krankenhauses lädt zur Besinnung ein.
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Lichtenberg.Der Verlust eines Menschen löst bei den Angehörigen viele unterschiedliche Gefühle aus. Individuelle Unterstützung gibt es in der Trauerbegleitung des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH).

Manchmal kann niemand den Schmerz verstehen, der von der eigenen Seele Besitz ergreift. "Das Umfeld reagiert oft hilflos. Nicht wenige bagatellisieren den Verlust", weiß Elvira Sandkühler. Sie ist ausgebildete Trauer- und Sterbebegleiterin. "Die Zeit heilt alle Wunden – das ist eine hilflose Floskel." Denn was den Verlust eines Menschen anbetrifft, hilft selbst die Zeit nie ganz über diesen Verlust hinweg. Auch nach Jahren kann er sich schmerzhaft bemerkbar machen. Eine Trauerbegleitung hilft schon von Anfang an, mit Gefühlen wie Ohnmacht oder Wut umzugehen. "Jede Trauer ist einzigartig", sagt Elvira Sandkühler. Seit acht Jahren gibt es die kostenlose Trauerbegleitung am KEH. Hier finden Betroffene professionelle Ansprechpartner. Zu den Betroffenen zählen nicht nur Menschen aus dem Umkreis des Krankenhauses, sondern Menschen aus ganz Lichtenberg. Sie erhalten bei Bedarf weitere Informationen zur therapeutischen Hilfe und können offene Angebote wie etwa ein Trauercafé besuchen. Sie treffen hier auf andere Menschen, die ebenfalls über einen Verlust trauern. Daneben gibt es auch Einzelgespräche.

"Ich als Trauerbegleiterin bin Zeugin des Schmerzes, nehme ihn ernst", sagt Elvira Sandkühler, welche die Trauerbegleitung am KEH leitet. Es gibt unterschiedliche Einflüsse, die einen Trauerprozess bestimmen: "Welche emotionale Bindung gab es zu dem Verstorbenen? Auf welches soziale Netz kann der Trauernde zurückgreifen? Und hat er schon einmal Verluste erlebt?" Nicht selten würden Verluste aus der Vergangenheit neu aktiviert. "Solche Verluste sind etwa eine Trennung, eine chronische Krankheit, auch Fehlgeburten oder bei älteren Menschen die Erfahrung des Krieges", erklärt Sandkühler. Nicht unwichtig sei auch die Frage nach dem Abschied. Bei Unfällen fehlt dieser. Nicht selten auch bei Suiziden.

Gerade ein Selbstmord ist für einen Trauernden traumatisch. Elvira Sandkühler begleitete hier ganz unterschiedliche Fälle. Noch gut im Gedächtnis blieb ihr der Fall eines älteren Ehepaares, das in ein Seniorenheim umziehen musste. Es fiel ihnen schwer, das bisherige Leben im Umfeld aufzugeben. "Die Ehefrau ist vor den Augen ihres Mannes aus dem Fenster gesprungen", erinnert sich Sandkühler. Der Ehemann blieb traumatisiert zurück. "Hier half der sofortige Beistand, das Erlebte zu verarbeiten." Eine Trauerbegleitung sei jedoch keine Hilfe, die aufgedrängt wird. "Manchmal bleibt es bei einem einzelnen Gespräch. Manchmal wird ein Trauernder ein Jahr oder sogar mehrere Jahre begleitet." Die Unterstützung sei zwar christlich geprägt, stünde jedoch allen Religionen offen. Für Menschen mit Behinderung wird auch ein kostenloser Fahrdienst zu den Treffen im KEH organisiert.

Um Trauernde wirklich gut begleiten zu können, ist die Evangelische Diakonie Königin Elisabeth jedoch auch auf die Hilfe von Ehrenamtlichen angewiesen. Mehr als 80 Ehrenamtliche wurden in den letzten Jahren bereits ausgebildet. Derzeit sind rund zehn von ihnen in der Trauerbegleitung aktiv. "Die ehrenamtliche Trauerbegleitung ist eine sehr sinngebende Tätigkeit", weiß Elvira Sandkühler. Im März kommenden Jahres wird der nächste, vierwöchige Schulungskurs "Achtsame Trauerwegbegleitung" kostenlos angeboten.

Ein Mal im Monat finden sich im Trauercafé in der KulturStation, Haus 37, des KEH Betroffene zusammen. Der nächste Termin ist der 25. September und der 30. Oktober jeweils von 12 bis 16 Uhr. KW

Weitere Informationen zur Trauerwegbegleitung und zur Schulung gibt es im Internet unter www.edke.de.

Ein neues Labyrinth im Park des Elisabeth-Krankenhauses lädt zur Besinnung ein.
Elvira Sandkühler ist Trauerbegleiterin und weiß Rat.
Autor:

Karolina Wrobel aus Lichtenberg

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