Nebeneinander von Gewerbe und Wohnen
Senat einigt sich zum Knorr-Bremse-Areal

Die Tankstelle aus den 1930er-Jahren gehört zu den denkmalgeschützten Gebäuden auf dem ehemaligen Grundstück der Knorr Bremse AG.
  • Die Tankstelle aus den 1930er-Jahren gehört zu den denkmalgeschützten Gebäuden auf dem ehemaligen Grundstück der Knorr Bremse AG.
  • Foto: hari
  • hochgeladen von Harald Ritter

Ein großes Gewerbegrundstück im Georg-Knorr-Park soll zu einem gemischten Gewerbe- und Wohnquartier werden. Der Kompromiss wird weitgehend begrüßt. Es melden sich aber auch Stimmen in Sorge um genügend Flächen für Unternehmen im Bezirk.

Der Kompromiss kam erst nach Intervention des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) zustande. Zuvor hatten Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (B'90/Grüne) und Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) heftig um das ehemalige Knorr-Arreal gestritten. Lompscher wollte auf dem Gewerbegrundstück Wohnungsbau. Sie steht wegen nicht ausreichender Erfolge beim Berliner Wohnungsbau politisch unter Druck. Pop wollte das Grundstück komplett als Gewerbefläche erhalten, weil sie ein Ausdünnen der immer rarer werdenden Gewerbeflächen in Berlin befürchtet.

Das Grundstück am östlichen Ende des Georg-Knorr-Gewerbeparks wird vom Georg-Knorr-Platz und dem Wiesenburger Weg begrenzt. Es umfasst rund 91 500 Quadratmeter und ist teilweise bebaut. Zur Bebauung gehören unter anderem eine große Tankstelle und Garagen aus den 1930-Jahren, die denkmalgeschützt sind. Die Knorr Bremse AG verkaufte das Grundstück im vergangenen Jahr an die Laborgh Investment GmbH. Der Projektentwickler wollte hier ursprünglich bis zu 1500 Wohnungen bauen, die von der Howoge übernommen werden sollten.

Entsprechend der Vereinbarung im Senat sollen nun nur noch bis zu 1000 Wohnungen gebaut werden. Dabei soll ein gemischtes Wohngebiet mit Studentenwohnheim und Werkswohnungen und Gewerbe entstehen. Die Howoge und Laborgh begrüßten den Kompromiss in einer gemeinsamen Presserklärung. „Wir werden nicht nur das Gewerbe in den denkmalgeschützten Gebäuden erhalten, sondern es ausbauen“, erklärte Laborgh-Geschäftsführer Florian Lanz gegenüber der Berliner Woche.

Die IHK Berlin bezeichnet den Kompromiss in einer Pressererklärung als eine „standortspezifische Lösung“. Ein weiterer Rückgang von Gewerbeflächen dürfe in Berlin nicht hingenommen werden. Noch legt der gültige Bebauungsplan das Grundstück als Gewerbefläche fest. „Es gab bisher aus meiner Perspektive keinen Grund, den Bebauungsplan in Frage zu stellen“, erklärt Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke). Sie warte ab, was der Senat konkret festlege.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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