Strandfeeling im Winter
Beach Mitte am Nordbahnhof errichtet Traglufthalle

Baggern unterm Zeltdach: Auf der Beach-Mitte-Anlage wird eine Traglufthalle aufgestellt.
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  • Foto: Beach Mitte
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Die seit Jahren geplante Sporthalle auf dem Gelände von Beach Mitte am Nordbahnhof wird jetzt doch gebaut. Im Herbst kommenden Jahres soll sie fertig sein. Erstmals kann man auf der Anlage ab dem 15. November auch im Winter spielen – in einer Traglufthalle.

Drinnen Strandfeeling, draußen Schneeflocken – so sieht's aus in diesem Winter auf der Beachvolleyballanlage an der Caroline-Michaelis-Straße. Seit 2006 können Sportler im ehemaligen Grenzstreifen direkt neben der Originalmauer auf 51 Feldern Beachvolleyball spielen und an den Strandbars Cocktails schlürfen. Zum ersten Mal bietet das Beach Mitte-Team nun ein Winterlager. Ab dem 15. November kann man dort auch bei Kälte baggern, pritschen und schmettern.

Über sechs Spielfelder wird eine 75 mal 25 Meter große Traglufthalle aufgeblasen. Das kostet zwar eine Menge Geld, um die eisige Luft zu heizen, aber für Beach-Mitte-Chef Stephan Eckardt reicht es, „wenn wir mit einer schwarzen Null rauskommen“, wie er sagt. Ihm sei es wichtig, seinen Mitarbeitern auch im Winter einen Job zu bieten. Die verkaufen im Hauptgebäude Getränke und Snacks. Besucher können so im Winter am Kamin sitzen und einen Cocktail schlürfen. Und weil der kalte Wintersand unterm Zeltdach trotzdem alle Sportler daran erinnert, dass eben kein Hochsommer ist, baut Eckardt auch noch eine Sauna für bis zu 14 Leute in den Umkleidetrakt.

Am 11. November haben auch die Bauarbeiten für ein anders Großprojekt auf dem Volleyballgelände begonnen. Um den weißen Veranstaltungspavillon entsteht bis Oktober 2020 eine u-förmige Sporthalle. Das Projekt hat Beach Mitte schon seit Jahren auf der Liste. Doch im vergangenen Sommer hatte Stephan Eckardt die Hallenpläne beerdigt. Die Trampolinhalle, die Beach Mitte schon 2016 bauen wollte, würde wegen gestiegener Baupreise nicht mehr fünf, sondern sechs Millionen Euro kosten. Grund für den Abbruch war auch die „drastischen Mieterhöhung“, wie der Beach-Mitte-Chef im vergangenen Jahr erklärte. Laut Eckardt hatte das Sportamt 2018 die Jahrespacht um „einen höheren dreistelligen Prozentsatz“ erhöht.

B-Plan wurde geändert

Jetzt wird die Sporthalle doch gebaut. „Wir mussten etwas abspecken“, sagt Stephan Eckardt. Das bisherige Parkplatzgelände hinter dem Veranstaltungspavillon wurde bereits beräumt. In den kommenden Wochen wird die Baugrube für die Fundamente ausgehoben. In der neun Meter hohen Halle wird es auf 1000 Quadratmetern Trampolinanlagen geben. 500 Quadratmeter sind für zwei Beachvolleyball-Courts vorgesehen. Außerdem gibt es in dem Gebäude Umkleiden und Räume für Tagungen. Wenn alles klappt, soll die neue Sporthalle im September oder Oktober 2020 eröffnet werden, sagt Stephan Eckardt.

Für die seit neun Jahren geplante Sporthalle (erst als reine Beachvolleyballhalle, zuletzt auch Trampolinhalle) hatten die Bezirksverordneten vor ein paar Jahren extra den Bebauungsplan geändert. Denn die Fläche an der Caroline-Michaelis-Straße war bis dahin lediglich als Sportfläche ausgewiesen. Der neue B-Plan hatte allerdings eine Steigerung des Grundstückswertes zur Folge, weshalb der Bezirk 2018 die Pacht drastisch erhöht hat. Der Pachtvertrag läuft bis mindestens 2047. Das reicht fast für die von den Sportunternehmern kalkulierte 30-jährige Nutzungsdauer für die Halle.

Auf dem Gelände von Kletterturm, Beachvolleyballfeldern und geplanter Trampolinhalle wollte der Bezirk ursprünglich selbst einen Sportplatz bauen; inklusive kleinem Funktionsgebäude für Umkleiden und Duschen auf dem bisherigen Parkplatz, auf dem nun die Trampolinhalle entsteht. Die Sportplatzpläne wurden 2008 endgültig aufgegeben, weil die denkmalgeschützte Hinterlandmauer für das geplante Großspielfeld nicht abgerissen werden konnte. Die Firma Beach Mitte hatte deshalb einen Pachtvertrag bekommen.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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